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Rissbildung am Katastrophen-Speicher gestoppt

Eine neue Katastrophe in der von einer Schlammflut betroffenen Region in Ungarn kann möglicherweise verhindert werden. Wie der Sprecher des Katastrophenschutzes, Oberst Tibor Dobson, am Sonntag der Presse mitteilte, ist die Rissbildung an der Nordseite des betroffenen Dammabschnitts zum Stillstand gekommen.

Dobson erklärte, dass die Reparatur der früher bemerkten Risse im Gange sei und keine neuen Risse aufgetreten sind. Gleichzeitig laufe die Errichtung des Dammes, der die Ortschaft Kolontár vor einer weiteren Flut des roten, ätzenden Schlamms schützen soll. Der Bau des Fundaments dafür sei so gut wie abgeschlossen, die Hauptaufgabe für diesen Sonntag bestehe in der Verbreiterung und Erhöhung des Dammes. Beruhigend sei, dass günstiges Wetter herrscht und es nicht regnet.

Inzwischen habe die Zahl der Evakuierten aus Kolontár 1000 erreicht. 90 von ihnen hätten Gemeinschaftsunterkünfte in Anspruch genommen, die anderen seien bei Verwandten oder Freunden untergekommen.

In Devecser sei die Lage vergleichsweise günstiger. Am Samstag hatten zwar etwa 450 bis 500 Einwohner spontan die Stadt verlassen, rund 5000 Menschen befänden sich jedoch noch dort. Nach den Worten Dobsons besteht die Hoffnung, dass sie die Stadt schon nicht mehr verlassen müssen.

Der Sprecher sagte, dass insgesamt 900 Einsatzkräfte an den Arbeiten zum Schutz des Gebietes teilnehmen. Sie werden von bis zu 800 Freiwilligen unterstützt.

Der basische Messwert in den Flüssen gehe unterdessen immer weiter zurück, fügte Dobson hinzu. Das beziehe sich auf die Marcal, Raab und auch die Donau. Die Behandlung der am schwersten betroffenen Marcal mit Neutralisierungsmitteln konnte deshalb reduziert werden.

Immer noch wurde am Sonntag nach einer vermissten Person gesucht. Bislang forderte die Katastrophevom vorigen Montag, bei der sich rund eine Million Kubikmeter Schlamm über die Region ergoss, sieben Menschenleben.