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Kälte fordert 21 Tote in Ungarn

Noch vor Beginn des meteorologischen Winters sind in diesem Jahr in Ungarn 21 Menschen erfroren. In den zurückliegenden fünf Wochen starben 3 Frauen und 18 Männer auf der Straße den Kältetod, 5 in ihren Wohnungen. Wie der Fernsehsender atv am Mittwoch (16.11.) berichtet, kommen in Ungarn je 100 000 Einwohner zehn Mal so viele Menschen wegen Unterkühlung ums Leben als in westlichen Ländern.

Die Organisation Soziales Forum fordert angesichts der dramatischen Situation Maßnahmen der Regierung, unter anderem die Wiederherstellung des Verbots der Zwangsräumungen von Wohnungen. Die Regierung hatte dieses Verbot bis Sommer dieses Jahres verfügt, nachdem tausende Menschen wegen des Kursverfalls der Landeswährung Forint ihre Fremdwährungskredite nicht mehr bedienen konnten.

Wie das Soziale Forum mitteilte, sind seit der Auflösung des Zwangsräumungs-Verbots mehr Menschen in Gefahr. „Menschen sterben auf den Straßen“, erklärte das Forum. „Wir möchten auch daran erinnern, dass im vorigen Winter mehr als 400 Menschen den Kältetod erlitten.“ Vor zwei Jahren waren 251 Menschen wegen Unterkühlung gestorben, zwei Drittel davon in ihren Wohnungen.