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Ungarns Schulden wieder gewachsen

Die Staatsverschuldung Ungarns ist im Februar wieder gestiegen, berichtet das Internetportal origo.hu am Freitag (09.03.). Ende des Monats lag das Minus ohne die Schulden der Kommunen bei 20,5 Billionen Forint (etwa 70 Milliarden Euro) und damit 50 Milliarden Forint höher als noch zu Monatsbeginn.

Die schlechte Entwicklung ist dem Bericht zufolge aus zwei Gründen überraschend: Einesteils begann Ungarn im Februar mit der Tilgung eines Kredits vom Internationalen Währungsfonds, den das Land nach der tiefen Krise von 2008 aufgenommen hatte. Andererseits konnte der Forint im Verhältnis zu Euro, Dollar und Schweizer Franken zulegen, was eine Verringerung der Devisenschulden zur Folge hat. Die beiden günstigen Faktoren konnten jedoch nicht den Verkauf von großen Mengen an Staatspapieren durch die Regierung ausgleichen, die dabei die günstige Stimmung auf den Finanzmärkten genutzt hatte.

Regierungschef Viktor Orbán legte nach dem Regierungswechsel vor knapp zwei Jahren den Abbau der Staatsschulden als eines der wichtigsten wirtschaftspolitischen Ziele fest. Bislang waren jedoch, unter anderem wegen des Absturzes der Landeswährung Forint, kaum Erfolge zu verzeichnen. Ende vergangenen Jahres lag die Staatsverschuldung Ungarns bei 80,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und damit deutlich höher als noch vor zwei Jahren. Unter den EU-Staaten liegt das Land damit an achter Stelle.