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Ratingagentur warnt Ungarn

Die Ratingagentur Moody’s hat Ungarn vor negativen Folgen einer weiteren Verzögerung der Kreditverhandlungen mit der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) gewarnt. Nach Ansicht von Moody´s sind fortgesetzte Meinungsverschiedenheiten zwischen Ungarn und der EU die Ursache dafür, dass sich der Start von Verhandlungen hinauszögert. Ein neues Kreditpaket sei aber für Ungarn dringend notwendig und die Verzögerungen nachteilig bei der Beurteilung Ungarns als Schuldner, hieß es am Montag von Seiten der Ratingagentur.

Ungarns Brutto-Kreditbedarf in diesem Jahr beläuft sich auf 16 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, schätzt Moody’s. Das sei der höchste in Mittel- und Osteuropa und die äußere Finanzierung könne bei Mangel an Unterstützung eine Herausforderung bedeuten.

Ungarische Medien verweisen darauf, dass die Ratingagentur schon zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit eine derartige Stellungnahme veröffentlichte. Analysten in London seien sich einig in der Auffassung, dass vor dem Sommer keine Vereinbarung zwischen Ungarn sowie IWF und EU über ein neues Kreditprogramm zu erwarten ist.