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Mädchenhandel in Ungarn

Budapest – Gegen fünf Mädchenhändler hat das Ungarische Ermittlungsbüro (NNI) seine Untersuchungen abgeschlossen und der Staatsanwaltschaft Anklageerhebung vorgeschlagen.

Nach Angaben aus dem Verfahren kauften und verkauften fünf Tatverdächtige in Ungarn junge Mädchen und ließ sie dann in Holland als Prostituierte arbeiten, berichtet www.nepszava.hu. So habe István K. am 16. Januar 2006 für 160 000 Forint (rund 640 Euro) von Ferenc H. eine 20jährige Einwohnerin von Tiszadada (Komitat Hajdú Bihar) gekauft. Das Mädchen sei dann nach Holland geflogen, wo sie bis März als Prostituierte gearbeitet habe. Die 1,8 Millionen Forint, die sie in der Zeit verdiente, musste sie den Verdächtigen abgeben.

In einem anderen Fall ging ein Mädchen für 50 000 Forint und die Erstattung von Zahnarztkosten (280 000 Forint) in Kecskemét an einen neuen „Besitzer“, um sich ebenfalls im Ausland zu prostituieren. Innerhalb von zwei Wochen beliefen sich ihre Einnahmen auf eine Million Forint (4000 Euro), die sie ebenfalls abliefern musste. Die Beschuldigten waren während der Verhöre geständig. Nach dem ungarischen Gesetz werden ihnen nun Menschenhandel zum Zwecke des Beischlas und andere Straftaten vorgeworfen.