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Internationaler Zuhälterring in Ungarn aufgeflogen

Budapest – Ein 42-jähriger Mann und mehrere Kumpane sind in Budapest wegen des „begründeten Verdachts“ der Zuhälterei und Geldwäsche aufgeflogen. Das Nationale Ermittlungsbüro Ungarns eröffnete gegen sie ein Verfahren, teilte die Behörde am Mittwoch ohne Angaben über die nationale Zugehörigkeit der mutmaßlichen Täter mit.

Seit 2001 bis zu ihrer Festnahme am 4. Juli dieses Jahres schickten die Verdächtigten Prostituierte zur Arbeit in ein Kölner Bordell und in einen Nachtklub in Ungarn, um sich damit Gewinn zu verschaffen. Unter anderem organisierten sie die Ausreise der Prostituierten nach Köln, mieteten für sie Zimmer an, kassierten das Geld, das die Mädchen verdienten, und verwalteten es. Die Mädchen mussten die Hälfte ihres Verdienstes an den 42-Jährigen abgeben. Seine Tageseinnahmen lagen bei einer Million Forint (etwa 4000 Euro), berichtet MTI unter Berufung auf die Polizei.

Mit Hilfe eines Anwalts legte der 42-Jährige das aus der Straftat der Zuhälterei stammende Geld in legalen Unternehmen an, so in den Betrieb einer Grube und in den Kauf einer Kaserne sowie deren Nutzung.

Die Verdächtigten versprachen den Prostituierten für deren Arbeit Chancen auf hohes Einkommen sowie Eigentumswohnungen, Auslandsreisen und den Erwerb des Führerscheins. Daneben erweckten sie oft den Eindruck, eine Lebenspartnschaft zu entwickeln und stellten materielle Verluste bei deren Beendigung in Aussicht, hieß es weiter. Dabei bildeten sie gefühlsmäßige Bindungen heraus. Es kam auch vor, dass die Mädchen misshandelt wurden.