Erstmals über 20 Grad: «Ilonka» sorgt für Frühlingsgefühle

Vor ein paar Tagen noch führte Polarluft eisige Kälte nach Deutschland, jetzt locken viel Sonne und milde Temperaturen nach draußen. Auf Spazierwegen kann es da schon mal eng werden.

Vor wenigen Tagen konnten die Winterjacken kaum dick genug sein, jetzt reicht in der Sonne manchmal schon ein Pullover: Hoch «Ilonka» beschert Deutschland frühlingshaftes Wetter.

Das Hoch liege über Südosteuropa und mache keine Anstalten, von dort zu verschwinden, hieß es am Sonntag vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Tiefdruckgebiete hätten keine Chance, mit ihren Fronten auf Deutschland überzugreifen. «Eine Änderung der Wetterlage deutet sich frühestens zum kommenden Wochenende hin an», erläuterte Meteorologe Marcel Schmid aus der DWD-Wettervorhersagezentrale.

Bereits am Samstag und Sonntag zog es viele Menschen nach draußen. Erstmals in diesem Jahr wurde dem DWD zufolge die 20-Grad-Marke geknackt: In Müllheim bei Freiburg seien am Samstagnachmittag 20,3 Grad gemessen worden. Nachdem Polarluft an den beiden Wochenenden davor zu Eiseskälte geführt hatte, waren nun die Parks voller Spaziergänger, auf den Straßen waren Leute mit Motorrädern oder Cabrios unterwegs. Vielerorts lassen sich die ersten Frühlingsblüher blicken.

Angesichts vieler Tagesausflügler sah sich die Polizei mancherorts gefordert, die Einhaltung der Corona-Regeln zu kontrollieren – etwa im Ostseebad Boltenhagen in Mecklenburg-Vorpommern: Dort fielen der Polizei nach eigenen Angaben etliche Autos aus benachbarten Bundesländern auf, so dass man an den Ortseingängen Kontrollstellen eingerichtet habe. Allein am Samstag seien dort 65 Menschen aus 28 Fahrzeugen abgewiesen und zur Rückreise aufgefordert worden, teilte die Polizei in Rostock mit.

In Bayern wurde wegen des großen Andrangs bei sonnigem Wetter die Gedenkstätte Walhalla in Donaustauf gesperrt. Viele Menschen hätten dort am Samstag keine Masken getragen und keinen Corona-Abstand gehalten, teilte die Polizei am Sonntag mit. Sie sprach zudem von einem «wahren Verkehrschaos». Anwohner hatten sich über Falschparker beschwert.

Auch anderswo wurde es bei milden Temperaturen und viel Sonnenschein eng auf Straßen, Plätzen und in Grünanlagen. Aus Mainz berichtete die Polizei am Wochenende, Gruppen hätten zusammengestanden, Spaziergänger und Radfahrer hätten sich die zu eng gewordenen Wege geteilt, an Getränkeständen habe es teils lange Schlangen gegeben.

Wer Sonne tanken will, hat dazu in den nächsten Tagen noch gute Chancen: Nach Auflösung einzelner Nebelfelder, die sich vor allem in Süddeutschland nachts ausbilden, scheint die Sonne häufig etwa zehn Stunden am Tag, hieß es in der DWD-Vorhersage. Allerdings gelange Saharastaub zu uns, so dass der Himmel sich teilweise etwas milchig zeige und das Sonnenlicht einen rötlichen Touch annehme. Das wiederum verspreche sehenswerte Sonnenauf- und -untergänge.

Auch die Temperaturen bleiben mild. «Meist liegen sie zwischen 12 und 18 Grad», kündigte der DWD an. An den Nordrändern der westlichen und südwestlichen Mittelgebirge sowie am Oberrhein seien auch Spitzenwerte um oder knapp über 20 Grad möglich. Die Nächte könnten noch leicht frostig sein, insbesondere im Süden.

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