EU will Ausweitung der Zollunion mit der Türkei vorbereiten

Viel Schatten, etwas Licht: So stellen sich für die EU die Beziehungen zur Türkei dar. Beim Gipfel setzen die Staats- und Regierungschefs nun auf Annäherung mit Ankara.

Die EU will mit Vorbereitungen für eine Ausweitung der Zollunion mit der Türkei beginnen. Die Staats- und Regierungschefs forderten am Donnerstag beim EU-Gipfel den Ministerrat auf, mit der Arbeit an einem Verhandlungsmandat für die EU-Kommission zu beginnen.

Diese könnte dann Gespräche mit der Regierung in Ankara aufnehmen. Mit dem Beschluss soll der Türkei ein Anreiz gegeben werden, konstruktiv nach einer Lösung von Konflikten mit Griechenland und Zypern zu suchen. Bei den Konflikten geht es unter anderem um bis vor Kurzem erfolgte türkische Erdgaserkundungen in der Nähe von griechischen Inseln und vor Zypern.

In dem Streit hatte die EU der Türkei im vergangenen Dezember scharfe Sanktionen angedroht. Daraufhin beendete das Land die umstrittenen Erdgaserkundungen und signalisierte Gesprächsbereitschaft.

An einem Ausbau der Zollunion haben beide Seiten ein großes wirtschaftliches Interesse. Er könnte zum Beispiel den Handel im Agrar- und Dienstleistungsbereich ankurbeln. Verhandlungen sollten eigentlich bereits Ende 2016 beginnen, bislang haben die EU-Staaten der EU-Kommission aber kein Verhandlungsmandat erteilt.

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