Deutschsein in Ungarn

Buchneuerscheinung: Was bedeutet „Deutschsein“ im Ungarn des 20. Jahrhunderts?

Das Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der Ludwig-Maximilians-Universität München veröffentlichte eine historische und ethnografische Studie von John C. Swanson, Professor für Geschichte an der University of Tennessee at Chattanooge, zum Thema Deutsche im 20. Jahrhundert in Ungarn nun auch in deutscher Sprache.



Deutsche in Ungarn spielen seit Jahrhunderten eine wichtige, manchmal bedeutende Rolle für die gesellschaftliche, politische und technische Entwicklung im Vielvölkerstaat Ungarn. Herzogin Gisela von Bayern war die Frau des ersten ungarischen Königs Stephan I. In ihrem Gefolge kamen um das Jahr 1000 erstmals zahlreiche deutsche Ritter nach Ungarn. Im Mittelalter und nach der Vertreibung der Türken aus dem Königreich Ungarn kamen in mehreren Siedlungswellen Deutsche aus verschiedenen Ländern nach Ungarn.

Sie brachten ihre Lebensweise und so manche Innovation in ihre neue Heimat mit. Die Pflege ihres Brauchtums und ihrer Sprache war in der Fremde ein wichtiger Aspekt ihrer Identität. Man nannte sie die Donauschwaben und die Siebenburger Sachsen. Heute meint die Bezeichnung Ungarndeutsche alle, seit Generationen hier lebenden deutschstämmigen Einwohner von Ungarn, es dürften mehr als 200 Tausend sein. Die deutsche Minderheit ist mit einem Abgeordneten im Parlament von Budapest vertreten.

Was bedeutet „Deutschsein“ im Ungarn des 20. Jahrhunderts? Diese Frage erörtert John C. Swanson in seiner preisgekrönten Studie „Fassbare Zugehörigkeit“, die jetzt erstmals auf Deutsch erschienen ist. In einem bewusst narrativen historischen Herangehen erkundet er, wie sich unterschiedliche Gruppen in Ungarn vom späten 19. Jahrhundert bis zum späten 20. Jahrhundert ihr „Deutschsein“ vorstellten und wie sich dieses Denken je nach Zeit und Raum unterschied.

In sechs Hauptkapiteln arbeitet er sich von der Zeit vor 1918 über die nach 1918, die 1920-iger und 1930-iger Jahre und die Zeit des Zweiten Weltkriegs bis zur Epoche von 1945 bis 1993 durch ein historisch vielschichtiges und ereignisreiches Jahrhundert. Seine Studien stützt er auf zahlreiche schriftliche Quellen, aber auch auf Zeugenberichte, die er vor Ort gesammelt hat.

Fassbare Zugehörigkeit
Veröffentlichungen des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Band 40

520 Seiten, 57 Abb., kartoniert
ISBN 978-3-7917-3113-1

Preis: D: 39,95 €, A: 41,10 €
Auch als E-Book erhältlich.

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