EU-Reisegenehmigungssystem soll bis Ende 2022 betriebsbereit sein

Ende nächsten Jahres könnte das Reisegenehmigungssystem der Europäischen Union (ETIAS) einsatzbereit sein und Drittstaatsangehörigen die Einreise in die EU nur noch mit einem Visum oder einer elektronischen Reisevorabgenehmigung ermöglichen – berichtet die Nachrichtenagentur MTI.



Ein Sprecher aus Brüssel sagte, dass das Inkrafttreten der Regeln am Dienstag, die den Datenaustausch zwischen ETIAS und anderen Informationssystemen ermöglichen, ein wichtiger Schritt zur endgültigen Inbetriebnahme sei.

Sobald das ETIAS eingerichtet ist, müssen sich Nicht-EU-Bürger, die in den Schengen-Raum reisen und von der Visumpflicht befreit sind, registrieren lassen und vor der Reise eine Genehmigung einholen. Das System wird die Angaben der Reisenden mit den in den EU-Informationssystemen für die innere Sicherheit, die Grenzen und die Migration gespeicherten Daten abgleichen und dazu beitragen, Personen, die ein Risiko für die Sicherheit oder die öffentliche Gesundheit darstellen, zu identifizieren und herauszufiltern sowie die Migrationsvorschriften durchzusetzen.

Die Bearbeitung der Anträge ist für Personen unter 18 und über 70 Jahren kostenlos, für alle anderen kostet sie 7 €. Die ausgestellte Genehmigung ist drei Jahre lang oder bis zum Ablauf des Reisedokuments gültig. Die Reiseregistrierung wird keine neue Visumpflicht für Staatsangehörige visumfreier Länder einführen. Nicht-EU-Bürger, die von der Befreiung von der Visumpflicht profitieren, müssen lediglich ein Online-Formular für die Einreise ausfüllen, das in der überwiegenden Mehrheit der Fälle – voraussichtlich in mehr als 95 % der Fälle – automatisch genehmigt wird.