Szijjártó trifft WHO-Chef in Budapest

Außenminister Péter Szijjártó traf am Montag in Budapest mit Tedros Adhanom Ghebreyesus, dem Chef der Weltgesundheitsorganisation WHO, zu einem Gespräch zusammen – berichtet die Nachrichtenagentur MTI.



Nach den Gesprächen sagte Szijjártó, das Coronavirus greife „gleichzeitig an der gesundheitlichen, wirtschaftlichen und sozialen Front an“ und schlug vor, dass eine weitere Abriegelung und weitere Einschränkungen nur dann vermieden werden könnten, wenn sich ein großer Teil der noch nicht geimpften Menschen impfen ließe. Er warnte auch davor, dass „diejenigen, die gegen die Impfung oder bestimmte Impfstofftypen hetzen, das Land in die vierte Welle der Epidemie stürzen werden“.

Szijjártó lobte die WHO, die „dem Druck von außen standgehalten“ habe und daran gearbeitet habe, Leben zu retten, während „viele internationale Organisationen die Pandemie als Vorwand für einen geopolitisch-ideologischen Krieg nutzten“. Er wies darauf hin, dass die WHO die weltweite Verwendung des chinesischen Sinopharm-Impfstoffs genehmigt habe, während „Ungarns linke Politiker aus politischen Gründen gegen einige Impfstoffe sind“. Ungarn unterstützt die Bemühungen der WHO und hat bisher aus Solidarität 1,5 Millionen Impfstoffdosen an andere Länder abgegeben. Er fügte hinzu, dass die ungarische Regierung bereit sei, diese Hilfe für andere Länder fortzusetzen, solange dadurch das ungarische Impfprogramm nicht beeinträchtigt werde.

Der WHO-Chef dankte der ungarischen Regierung für ihre Impfstoffspenden, warnte jedoch, dass eine ungerechte Verteilung des Impfstoffs zur weiteren Ausbreitung des Virus weltweit beitrage. Zwar seien bisher 4,8 Milliarden Impfungen in der ganzen Welt verabreicht worden, doch seien 75% dieser Menge nur in 10 Ländern verwendet worden. Die WHO arbeitet daran, dass bis Ende dieses Jahres 40 % der Weltbevölkerung geimpft sind, und bis Mitte 2022 soll diese Quote 70 % erreichen. Die Gesprächspartner unterzeichneten Kooperationsvereinbarungen über gemeinsame Anstrengungen zur Bekämpfung humanitärer Krisen in der Welt, zur Verbesserung der medizinischen Notfallversorgung und zur Weiterentwicklung nachhaltiger lokaler Kapazitäten.

In der Zwischenzeit haben die ungarische Regierung und die WHO eine Absichtserklärung über die Zusammenarbeit bei der Bekämpfung globaler humanitärer Krisen und die Erleichterung der medizinischen Hilfe in solchen Fällen angenommen, so das Büro des Ministerpräsidenten in einer Erklärung. Das Memorandum sieht vor, dass beide Seiten in Zukunft auch bei der Bereitstellung internationaler humanitärer Hilfe und bei Entwicklungsprojekten verstärkt zusammenarbeiten werden.

Die ungarische Regierung ist entschlossen, auf die Lösung humanitärer Krisen hinzuarbeiten und den von diesen Krisen betroffenen Menschen zu helfen, heißt es in der Erklärung. Sie unterstrich die Position der Regierung, dass den Menschen in ihren Heimatländern geholfen werden muss, anstatt ihre Migration zu unterstützen. In der Erklärung wies das Büro des Ministerpräsidenten auf die Hilfe hin, die die Regierung bisher im Rahmen ihres humanitären Hilfsprogramms „Ungarn hilft“ geleistet hat, darunter Nothilfe-, Rehabilitations- und Bildungsprogramme, die in der afrikanischen Sub-Sahara-Region sowie in Entwicklungsländern im Nahen Osten und in Südasien durchgeführt wurden. „Diese Programme haben es einer Viertelmillion Menschen ermöglicht, in ihrem Heimatland zu bleiben, anstatt es zu verlassen“, so das Amt.