Nachgedacht: Seelenhunde …

… sind etwas ganz Besonderes. Das ist bewiesen, das ist Fakt, das ist unumstritten. Für Körper und Geist kann ein Haustier wahre Wunder bewirken, egal ob Hund, Katze, Maus. Auch ein Aquarium oder eine Voliere dienen für manche Menschen als Freizeitgestaltung, als Hobby oder Aufgabe. Jedenfalls tut alles gut.



Ich habe in Bezug auf Hunde eine vollkommen neue Erfahrung gemacht. Im April dieses Jahres holten mein Mann und ich einen Berner Sennenhund aus dem Tierheim meiner Geburtsstadt. Charly, er war etwas über sechs Jahre alt. Der sanfte Riese war nicht mein erster Vierbeiner. Es fing alles an mit dem Pekinesen-Mischling Trixi, danach zog Bobtail Gina ein und schließlich Kuvasc Flocke. Fünf Jahre ging alles gut, so ohne Hund. Falsch gedacht. Mit dem „Schweizer“ Rassehund begann für meinen Mann und mich ein total anderes Leben. Diese Anhänglichkeit, diese Treue, dieser ständige Körperkontakt, dieses unaufhörliche Werben nach Liebe, nach Geborgenheit, nach Kuscheln und Streicheleinheiten war uns neu. Das ist es, was einen Seelenhund ausmacht, genau das. Diese Erfahrung kann keiner nachlesen, im TV anschauen, im PC googeln. Dieses Wesen muss man selber spüren, fühlen und leben, das ist Seelenerneuerung pur.

Das Internet weiß ja eigentlich alles. Liest man die genaue Beschreibung eines Berner Sennenhundes von A bis Z komplett durch, weiß man, welches zauberhafte Wesen man sich ins Haus genommen hat. Charly war der wahre Traum. Wir waren glücklich, rundum nur noch glücklich. Bis vor zwei Wochen. Innerhalb von nur drei Tagen verstarb unser Liebling an akutem Nierenversagen. Unfassbar, unendlich am Boden zerstört, Tränengesichter, unser Traum war geplatzt wie eine Seifenblase.

Wer weniger Tierfreund ist oder noch kein Hundehalter war, kann diese Zeilen vielleicht nicht verstehen. Hundeliebhaber werden jedoch mit uns fühlen, das weiß ich. Unsere kleine zauberhafte Welt lag in Scherben und begraben unter unserer Trauerweide. Wir wußten, so geht das nicht weiter. Die Nerven lagen blank. Eine schnelle Entscheidung musste her: Googeln stundenlang, um einen entsprechenden Nachfolger von Charly zu finden. Leichter gesagt, als getan.

Eine Mail an die Balaton Zeitung brachte in Form einer Anzeige die freudige Überraschung. Bereits zwei Tage nach Veröffentlichung der Anzeige hatten wir unseren Wonneproppen. Aslan heißt er, zehn Wochen alt, mit guten Papieren, alle medizinischen Unterlagen, EU-Pass, Laborwerten usw. Also perfekt. Nun haben wir also ein Baby daheim. Aus Österreich an der Grenze zu Ungarn. Besser hätte es nicht klappen können. Danke liebe „Balaton Zeitung“!

Charly ist deswegen nicht vergessen, er bleibt immer in unserem Herzen. Aber wir können wieder lachen und wir haben das Gefühl, Charly hat uns den kleinen Wonneproppen geschickt. Danke Charly!

Bis bald,
Ihre Eva