Nachgedacht: Ich liebe es …

… nicht so sehr, die täglichen Hausarbeiten zu verrichten. So nach dem Motto „Hinten fertig, danach das Ganze wieder von vorne“. Hausfrau ist eigentlich der undankbarste Job der Welt, oder nicht?



Während meiner langjährigen Berufszeit fiel mir das Getue um Familie, Haus und Garten gar nicht so negativ auf. Frau musste eben funktionieren. Um 6 Uhr klingelte der Wecker, kurz ins Bad, Frühstück auf den Tisch bringen mit Futter für Hund und Katze, Mann und Kind aus dem Haus. Küche, Schlafräume, Wohnzimmer in Ordnung bringen, danach die eigene „Renovierung“ im Bad, noch schnell eine Tasse Kaffee und eine Zigarette. Haus und Garten dicht, ab in die Redaktion.

Mittagspause kurz daheim bei den acht Pfoten, wieder kurze Kaffeepause mit Zigarette. Im Anschluss stand Einkaufen auf dem Plan. Allerhand stand auf dem Zettel. Besorgung für Abendessen, Frühstück, Tierfutter, Pausenbrot mit Obst und Snack für die Tochter und schließlich noch einiges für den normalen Haushalt. Zurück ins Büro, Einkauf kalt gestellt (Gottlob hatten wir einen großen Kühlschrank), Gehirn, Augen und Ohren strapaziert bis 17 Uhr.

Wieder daheim war Tempo angesagt: Punkt 18 Uhr sollte das Abendessen fertig sein (bei uns wurde abends warm gegessen). Nach dem Aufräumen und Putzen der Küche war weiterhin noch an keine Entspannung zu denken. Bügelwäsche, Staubsaugen, Gartenarbeit usw.. Es gab immer etwas zu tun. Nach dem Abendfilm, (Kind, Hund und Katze bereits in der Kiste) endlich im Bett. Und am nächsten Tag: alles wieder von vorne, Montag bis Freitag stets dasselbe Spiel, derselbe Haus- und Berufsfrauenstress. Aber es war möglich, weil die Familie funktionierte. Jeder leistete seinen Beitrag, alles war gut.

Und heute? Funktioniert es auch. Nur etwas anders, eigentlich ganz anders. Der Termindruck, was ist das? Kenne ich nicht mehr. Sieben Tage in der Woche freie Zeiteinteilung, super. Und doch denke ich gerne zurück an die vielen Jahre, in denen ich doch viel geschafft habe und dafür entsprechend belohnt wurde, mit Liebe, Anerkennung, Freundschaft, Tierwohl, Familienleben halt.

Trotz der Freizeit, die ich jetzt im Rentenalter mit meinem Mann, Hund und Katze genießen kann, habe ich mich verändert. Frau wird schneller müde, Putzen macht weniger Spaß, ebenso Bügeln, Wäsche, Kochen usw.. Ruhepausen dauern länger und so sollte es auch sein, wir haben es uns verdient.

Meine jetzige Devise: „Weil jeder Tag zählt“ ist es einfach nur schön, das Leben, auch mit 65.

Bis bald,
Ihre Eva