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Flüchtlingsströme nach Nickelsdorf

Der Bürgermeister von Nickelsdorf und die Einwohner der Grenzgemeinde zu Ungarn fühlen sich von der Politik im Stich gelassen.



Deshalb wandten sich der Bürgermeister von Nickelsdorf, Gerhard Zapfl und der Amtskollege der Nachbargemeinde Zurndorf, Werner Friedl, am 11. September 2015 mit einem offenen Brief an Bundeskanzler Werner Faymann und die Innenministerin Johanna Mikl-Leitner. Sie forderten vom Bund mehr Unterstützung für die Lösung des Problems. Im Brief heißt es:„Diese Entwicklung war absehbar, die politischen Entscheidungsträger auf Bundesebene haben dieser leider nichts in der nötigen Form entgegengesetzt“.

Die Flüchtlinge strömen zu zig Tausenden aus Ungarn in die 1770 Seelengemeinde und belagern förmlich vom Bahnhof aus das ganze Dorf, nachdem der Zugverkehr deutlich eingeschränkt worden war. Die Hauptverkehrsstraße musste gesperrt werden. Die Einwohner der Gemeinde und viele Freiwillige bemühen sich mit großer Hilfsbereitschaft, die Flüchtlinge mit dem Nötigsten zu versorgen. Dennoch sind sie völlig überfordert.

Polizeisprecher Helmut Marban sagte Sonntagabend den Medien gegenüber: „Bis wir eine Entscheidung von der Innenministerin haben, dass es Änderungen gibt, werden wir unseren gewohnten Dienst weitermachen – das heißt, wir werden versuchen, die Leute unterzubringen“.

Im näheren Umkreis wurden mehrere Tausend Menschen in dazu geeigneten Hallen und Häusern untergebracht. Die anderen Flüchtlinge werden seit dem Wochenende mit Bussen, sowie mit der Bahn weitergebracht. 900 Menschen seien nach Tulln in die Messehalle, andere nach Wien, Linz, Wels und Attnang-Puchheim gebracht worden.

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