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Solidarität in der ungarischen Bevölkerung

Der Sprecher des Malteser Hilfsdienst in Ungarn, Lajos Győri-Dani, sprach in einem TV-Interview über die „erstaunliche Hilfsbereitschaft der ungarischen Bevölkerung und der ungarischen Gesellschaft bei der Lösung des Flüchtlingsproblems“.



Es gehen viele Spenden bei allen zivilen Hilfsdiensten ein, die Menschen bringen Matten, Zelte und Lebensmittel zu den Auffanglagern. Sie besuchen Flüchtlinge auf den Bahnhöfen, bekunden ihre Sympathie und helfen, wo sie können. In ihrem Eifer vergessen sie aber manchmal, dass die Flüchtlinge aus Glaubensgründen nicht alles annehmen oder essen können.

Die politische Opposition mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten Ferenc Gyurcsány an der Spitze bemühe sich ebenfalls redlich um Unterstützung der Hilfsdienste. Sie kritisiert aber andererseits weiterhin mit scharfen Worten den Populismus und die Kriminalisierung der Flüchtlinge durch die Regierungspartei, mit dem bewusst und auf gefährliche Weise die Angst der Menschen vor dem Islam geschürt wird.

Auf einer Veranstaltung der Demokratischen Koalition (DK) sagte Gyurcsány am Sonntag: „Die Ungarn waren 500 Jahre lang nicht frei, sie wurden aber weder zu Türken noch zu Österreichern. Wovor sollten wir also Angst haben? Wenn die Regierung auf der Basis von Religion, Glauben, Herkunft nach gut und böse auswählt, ist diese Regierung nicht meine Regierung, nicht unsere Regierung.“

Der ehemalige Ministerpräsident fügte hinzu, dass die ungarische Nation im Laufe der Geschichte lange Zeit Menschen und Flüchtlinge aufgenommen habe. Sie habe von den anderen Kulturen gelernt und wurde dadurch selbst reicher. Jetzt kämen durch die Flüchtlinge möglicherweise auf 1000 Europäer ein, zwei Muslime und das sei kein Grund, Angst vor dem Untergang des Christlichen Abendlandes zu haben. Der Islam sei mit seinen 1,6 Milliarden Anhängern als zweitgrößte Weltreligion nach dem Christentum ebenso wie dieses eine friedliche Religion.

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