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Schüsse in Szentendre – politischer Hintergrund?

Einwohner von Szentendre hielten die Knallerei am Sonntagabend in einer beschaulichen kleinen Straße der Stadt für ein Feuerwerk. Doch es waren zwei Schüsse, die einen Streit zwischen zwei Kommunalpolitikern der Regierungspartei Fidesz und der sozialistischen Oppositionspartei MSZP beendeten. Die ruhige, gepflegte Kulturstadt oberhalb von Budapest hatte so etwas schon lange nicht mehr erlebt. Die Einwohner waren geschockt und diskutierten den Vorfall auf der Straße.



Hinter dem Vorfall sollen jedoch keine politischen, sondern private Motive stecken: die Lebenspartnerin des Fidesz-Abgeordneten, Zsolt Dombay, hatte sich von ihm getrennt und war allem Anschein nach eine Beziehung mit dessen politischen Gegner, Ottó Rédei, eingegangen. Dieser war ihr behilflich, als sie am Sonntagabend aus der gemeinsamen Wohnung noch Kleidung und Spielzeug der Kinder holen wollte.

Dabei wurden wohl beide von Dombay, sowie dessen Schwester und Mutter in übelster Weise beschimpft und tätlich angegriffen, als sie aus dem Auto ausstiegen. Dombay soll dabei ein Messer gezogen haben, woraufhin Rédei aus Angst zweimal mit einer Schreckschusspistole in die Luft geschossen habe, ins Auto gesprungen und mit der Frau so schnell wie möglich weggefahren sei.

In dieser Weise äußerte sich Ottó Rédei dem Nachrichtensender ATV gegenüber, Zsolt Dombay war zu keiner Stellungnahme bereit und für die Medien nicht erreichbar. Beide Männer zeigten sich gegenseitig bei der Polizei an.

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