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Ungarn: Kündigungswelle bei öffentlichen Medien

Kurz vor Weihnachten erhielten 130 Angestellte bei den öffentlichen Medien von Ungarn die Kündigung auf den Tisch. Unter Berufung auf Kosteneinsparungen wurde das direkte Arbeitsverhältnis mit Radioreportern, Fernsehprogrammchefs und Regisseuren, sowie anderen Mitarbeitern mit dem 1. Januar 2016 einseitig gelöst.



Die Kündigung der beliebten Moderatorin, Journalistin und Programmchefin beim staatlichen Fernsehsender, Gabriella Jakupcsek, sorgte für besonders viel Aufsehen. Ihre Programme waren beliebt, sie hatte stets eine Meinung und ihre Arbeit wurde allgemein geschätzt. Medienberichten zufolge wurde ihr in einer Drehpause zu ihren drei, im Januar zur Ausstrahlung geplanten Talkshows „Ridikül“ eine Erklärung über den massenweisen Abbau von Arbeitskräften mit ihrer Kündigung in die Hand gedrückt, zu der sie sich nicht äußern wollte. In den Medien heißt es weiter, dass Gäste für die zweite und dritte Sendung nach Hause geschickt werden mussten, weil die Sendungen nicht mehr abgedreht wurden.

Gabriella Jakupcsek wurden 1963 in Budapest geboren, sie studierte an der Universität Budapest und an der internationalen Journalistenschule in Paris. Neben anderen Arbeiten bei Radio und Fernsehen war sie in den Jahren 1990-1999 programmleitende Redakteurin, Moderatorin und Leiterin der Abteilung Kultur beim Ungarischen Fernsehen MTV, seit 2000 feste Mitarbeiterin des Zweiten Programmes, TV2 und seit 2011 erneut beim öffentlichen Fernsehen.

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