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Hochwassergefahr am Balaton

Am Balaton gilt derzeit Hochwasserwarnung der Stufe 3, am Kis-Balaton der Stufe 2, informierte der Leiter der Wasserdirektion Mitteltransdanubien, István Csonki, die Medien. Schuld sind die außerordentlich großen Niederschlagsmengen im Februar.



Die Schleusen am Sió-Kanal sind zwar seit Tagen geöffnet, dennoch gelingt es nicht, den Wasserpegel im See unter 1,30 Meter zu senken. Grund dafür sind die unter Wasser stehenden Felder entlang des Sió-Kanals und das Anschwellen des Flusses Kapos, wodurch die Durchlaufmenge an den Schleusen in Siófok nicht erhöht werden kann. Durch den übermäßig hohen Wasserstand im Balaton gibt es Ausuferungen in den flach gelegenen Ortschaften am Südwestufer.

Gábor Lombár, Bürgermeister von Balatonfenyves, informierte die Medien, dass das Wasser aus dem See in die Straßengräben gedrückt wird und auf die ufernahen Grundstücke abfließt. In seiner Gemeinde stehen bereits jetzt die Gärten von mehr als hundert Immobilien unter Wasser, Häuser wurden vom Hochwasser glücklicherweise noch nicht geflutet.

Ähnlich wie seine Kollegen versteht Bürgermeister Lombár, dass der maximale Normpegel des Balaton von 110 Zentimeter auf 120 Zentimeter angehoben wurde, allerdings hätten dafür im Voraus entsprechende Bedingungen geschaffen werden müssen. In Balatonfenyves und anderen Gemeinden der Region wurden einst die Straßengräben und das System zur Ableitung von Oberflächenwasser auf einen Wasserpegel von 100 Zentimeter ausgelegt, sie sind durch die Anhebung des Normpegels und noch dazu durch die derzeitige Überschreitung des Maximalpegels von mehr als 10 Zentimetern vollkommen überlastet.

Die betroffenen Gemeinden haben weder die Mittel noch ist es ihre Aufgabe, die Wasserableitungssysteme zu erweitern und den neuen Standards anzupassen. Die Einwohner dieser Gemeinden fühlen sich überrumpelt, den Naturereignissen ausgeliefert und allein gelassen. Derzeit fließen aus den Wassersammelgebieten des Balaton Wassermengen von 40 Kubikmetern pro Sekunde in den See, das ist genau so viel, wie über die Schleusen abfließen kann, sagte der Leiter der Wasserdirektion und hofft auf ein paar Tage ohne Regen.

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