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CFDs als Anlagealternative für Kleinanleger – ein Überblick

536.409 Millionen Euro – so hoch war das Volumen der Einlagen mit einer Kündigungsfrist von bis zu drei Monaten der deutschen Bankkunden im Februar 2016. Sprich: Bundesbürger hielten laut Deutscher Bundesbank auch nach den entscheidenden Zinsschnitten der EZB in den vergangenen Jahren an Spareinlagen wie dem Sparbuch fest.

Dabei ist bereits seit einiger Zeit klar, dass diese Form der Geldanlage zumindest kurz- bis mittelfristig kaum einen nennenswerten Zinsgewinn abwerfen wird. Eher ist das Gegenteil der Fall. Heute bringen diese Anlageformen im Durchschnitt noch 0,36 Prozent Zins ein. Vor einem Jahr lag der durchschnittliche Guthabenzins noch bei 0,54 Prozent.

Berücksichtigt man an dieser Stelle noch die Abzüge, welche dem Sparer durch die Abgeltungssteuer entstehen und rechnet die Inflation hinzu, bleibt vom Sparziel kaum noch etwas übrig. Wie lässt sich trotz dieser Tatsache eine Rendite erzielen? Diese Frage führt – zumindest derzeit – fast unweigerlich zu Wertpapieren und den Aktienmärkten. Hier zeigt sich, welche Wirkung die Liquidität der EZB entfalten kann. Und auch Kleinanleger interessieren sich für die renditestarken Anlageoptionen. Dazu gehören auch CFDs. Was verbirgt sich dahinter? Und kann der Anleger hier überhaupt mit einem nachhaltigen Vermögensaufbau rechnen?

Was sind CFDs eigentlich?

Der Begriff CFD steht im Finanzwesen für „Contract for Difference“. Übersetzt ins Deutsche wird hieraus ein Differenzkontrakt, welcher kein Wertpapier im klassischen Sinn darstellt. CFDs sind sogenannte Derivate, die sich von Basiswerten ableiten. Letztere können beispielsweise Unternehmenswerte – also Aktienkurse – sein oder Indexwerte.

CFDs als Anlagealternative für Kleinanleger
CFDs als Anlagealternative für erfahrene Kleinanleger

Letztlich erfährt der CFD seinen Gewinn aus der Wertedifferenz des zugrunde liegenden Basiskurses. Als Anleger ist es wichtig, sich einige Aspekte vor Augen zu halten. Prinzipiell findet der CFD-Handel nicht über zentrale Börsenplätze statt, sondern nur zwei Parteien – dem Anbieter des CFDs (Market Maker) und dem Trader.

Übrigens: Der Erlös eines Brokers ergibt sich im CFD-Handel aus dem Spread (auch als Geld-Brief-Spanne bezeichnet). Grundsätzlich unterscheidet sich der Angebotskurs des Kontrakts vom Ankaufkurs, den der Broker zahlt. Würde ein Trader den Kontrakt sofort Zug um Zug tauschen, würde sich also immer ein Minus ergeben. Anbieter wie Online-Broker.org berechnen beispielsweise jedoch nur sehr geringe Spreads, so dass die Kosten sich Rahmen halten.

Wo liegen die Risiken und Chancen?

Differenzkontrakte ermöglichen es heute Anlegern, sehr hohe Gewinne zu erzielen. Diese kommt daher zustande, weil es sich an dieser Stelle um sogenannte Hebelprodukte handelt. Hintergrund: Für CFDs hinterlegt der Trader eine Sicherheitsleistung – die Margin. Deren Umfang wird über die Handelskonditionen festgelegt.

Beispiel: Die Margin liegt bei 10 Prozent und der Hebel liegt ebenfalls bei 10. Investiert werden 100 Euro. Damit bewegt der Trader 1.000 Euro. Steigt der Kurs jetzt um ein Prozent, gewinnt der Anleger nicht einen Euro, sondern 10. Noch deutlicher das Ergebnis bei einem Hebel von 100. Hier verdoppelt sich das Guthaben.

Dieser Vorteil – des Bewegens großer Summen mit kleinem Einsatz – hat aber auch entscheidende Nachteile. Denn es werden nicht nur die Gewinne erhöht. Der Hebel eines CFDs wirkt auch in die andere Richtung. Bei einem Kursverlust von einem Prozent ist das eingesetzte Kapital aus Fall B vollständig aufgezehrt.

Und es kommt schlimmer. Wird die Position nicht schnell genug aufgelöst bzw. sind die Marktbewegungen extrem, greift selbst eine Stopp-Order nicht. Hat man als Trader mit einem Broker eine Nachschusspflicht vereinbart, kann es teuer werden. Ein Beispiel ist – wie etwa Berichte des ARD-Börsenmagazins auf boerse.ard.de zeigen – die Schweizer Franken Aufwertung zu Beginn des Jahres 2015.

Chancen:

  • Hohe Gewinne durch Hebel möglich
  • Verhältnismäßig geringer Kapitaleinsatz erforderlich

Risiken:

  • Extrem hohe Verluste bis zum Totalverlust und der Nachschusspflicht möglich
  • Für Anfänger nicht gleich verständlich

Für wen eignen sich CFDs?

Anleger müssen sich im Hinblick auf einen Sachverhalt immer im Klaren sein – hohe Gewinne gehen mit einem entsprechend hohen Risiko einher. Und CFDs gehören bekanntlich zu den Anlagevarianten, die hohe Renditen versprechen. Gerade als Anleger ist hier Vorsicht angebracht. Prinzipiell eignen sich Differenzkontrakte eher für jenen Anlegerkreis mit Erfahrung. Zudem sollte man hier nur Kapital verwenden, dass nicht besonderen Zwecken, wie:

  • der Altersvorsorge
  • dem Sparen fürs Haus
  • der Ausbildung der Kinder

dienen soll. Ferner ist ein gutes Risikomanagement sehr wichtig, um die möglichen Verluste pro Trade auf ein gewisses Maß zu beschränken. Wer verantwortungsbewusst mit seinem Kapital umgeht, kann mit CFDs in kleinen Schritten durchaus attraktive Gewinne erzielen. Mit zunehmender Erfahrung und einer guten Chart-Analyse lassen sich am Ende mehr Gewinn-Trades als Verlust-Trades einfahren, um somit einen positiven Saldo zu erzeugen.

Fazit: CFDs sind nur für erfahrene Trader geeignet

Generell sehen Anleger – gerade die Kleinanleger und Zinssparer – schwierigen Zeiten entgegen. Sichere Anlagen für die Altersvorsorge findet man kaum noch. Und auch im Hinblick auf die Börsen fallen Entscheidungen nicht immer leicht. Man muss sich allerdings davor hüten, allzu hohen Gewinnversprechen Glauben zu schenken. Gerade beim Handel mit CFDs sind die Risiken durchaus beachtlich. Diese Anlageform kommt daher eher dem versierten Trader entgegen, der das Produkt auch versteht. Andernfalls muss man einfach damit rechnen, hier Verluste einzufahren, die sich im schlimmsten Fall potenzieren können.