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Wissenschaftler: Stress lässt Ungarn früher sterben

Pécs – Um 33 Prozent ist die Sterblichkeit der ungarischen Männer zwischen 40 und 69 Jahren im Vergleich zum Jahr 1960 gewachsen. Jährlich sterben etwa 10 000 Männer im arbeitsfähigen Alter, weil sie mit ihren Sorgen nicht zurecht kommen, stellte der Chef des Instituts für Verhaltenswissenschaft an der Pécser Universität, János Kállai, fest. In Ungarn bedeute der chronische Stress eine immer größere Gefahr für Männer mittleren Alters. Als Ursache nannte der Experte in der Regionalzeitung „Dunántúli Napló“ einen Mangel an allgemeinem Vertrauen und ständige Unsicherheit.

In den zurückliegenden Jahren sei in Ungarn die Masse der ungelösten oder unlösbar erscheinenden Probleme, die hinter den Krankenzahlen stecken, sprunghaft gestiegen, fügte Kállai hinzu. Andererseits sei weder der Einzelne noch die Gesellschaft auf Lösung oder Behandlung der inneren Konflikte gebührend vorbereitet.

Eine gute Nachricht gibt es dennoch: In den Komitaten südlich des Balaton hat sich die Sterblichkeit nach Herezinfarkten halbiert. Der Chefkardiologe des Komitatszentrums Szekszárd, Mihály Józan-Jilling sieht den Grund dafür eindeutig in der Existenz des Herzzentrums in Pécs, das rund um die Uhr Patienten aus Krankenhäusern der Region aufnimmt. Im übrigen Ungarn habe sich die Sterberate nach Infarkten kaum verändert.