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Tomatenparadies Ratgeber Garten – August

Garten-Ratgeber für den Monat August von Permakultur-Designer und Öko-Gärtner Walter Schneider für die Balaton Zeitung

GARTENARBEITEN IM AUGUST

Tipps zur Unkrautvermeidung

Eine Aussaat bzw. Pflanzung in Reihen macht das Hacken leichter. Statt Direktsaat sollte man vorgezogene Jungpflanzen setzen. Manche Unkräuter treten als typische „Begleitkräuter“ zusammen mit Kulturpflanzen auf. Werden diese oft hintereinander an der gleichen Stelle angebaut, vermehren sich auch die Begleitunkräuter sehr stark. Eine abwechslungsreiche Fruchtfolge hilft dies vorzubeugen.

Abwechselnder Anbau von Unkraut fördernden Kulturen wie Zwiebeln, Möhren (langsames Wachstum, schlechte Bodenbe-deckung) und Unkraut unterdrückenden Kulturen wie Kartoffeln, Kürbis (schnelles Wachstum, gute und frühe Bodenbedeckung) ist zu empfehlen. Eine tiefe, wendende Bodenbearbeitung ist zu vermeiden, da dadurch Samen aus tieferen Bodenschichten nach oben befördert und zum Keimen angeregt werden. Mulchen, also das Abdecken der Bodenoberfläche mit Folie oder organischem Material, unterdrückt das Keimen von Samenunkräutern. Mischkulturen vermindern durch die insgesamt bessere Bodenbedeckung das Unkrautwachstum.

Wurzeln von ausdauernden Wurzelunkräutern (z. B. Disteln, Quecke, Giersch) sollten nicht über den Kompost entsorgt werden.
Samenunkräuter sind möglichst vor der Blüte – und damit der Samenbildung – zu jäten und zu kompostieren.
Es empfiehlt sich, Unkraut, das schnell wieder wurzelt (z. B. Brennnessel, Vogelmiere) bei trockenem Wetter zu jäten bzw. zu hacken. Den Kompost umsetzen regt die Keimung der Unkrautsamen an und erhöht die Temperatur im Komposthaufen. Dies führt zum Absterben der Samen und Keimpflanzen.

Im Ziergarten

Sommerblumen

Verblühte Teile laufend entfernen. Je regelmäßiger wir ausputzen, desto mehr neue Blütenknospen können sich entwickeln, flüssig nachdüngen mit schwacher Brennnesseljauche, sofern nicht bereits bei der Pflanzung ein Langzeitdünger wie Hornspäne oder Rhizinusschrot gegeben wurde.

Zweijahresblumen

Die im Juni Juli ausgesäten Arten, allen voran die Stiefmütterchen, pikieren und später vorübergehend auf ein frei gewordenes Gemüsebeet pflanzen, damit sich die Pflanzen bis Oktober kräftig entwickeln können. Erst nach den ersten Nachtfrösten bringen wir die ZweijahresbIumen an die Stellen, an denen sie im Frühjahr beziehungsweise Frühsommer blühen sollen.

Stauden

Alles Verblühte herausschneiden, manche Arten blühen dann vereinzelt weiter. Iris können noch geteilt und neu aufgepflanzt werden. Auch bei Pfingstrosen ist dies jetzt möglich. Im Allgemeinen will diese prächtige Staude aber an ihrem Angestammten Platz uralt werden. Wenn unbedingt verpflanzt werden muss, dann gegen Ende August. Teilstücke genau so tief oder flach pflanzen, wie sie vorher gestanden haben; andernfalls wartet man oft vergeblich auf Blüten. Ende August ist Pflanzzeit für Kaiserkronen und Madonnenlilien. Knollen von Kaiserkronen 25—30 cm tief in den Boden legen, Madonnenlilien dagegen nur 10 cm tief pflanzen, so dass ihr Blattschopf über der Erde sichtbar bleibt.

Geranien (Pelargonien) vermehren

Von diesen beliebten Balkonpflanzen kann man jetzt Stecklinge mit etwa drei Blättern unterhalb eines Blattknotens abschneiden. Einen Tag lang liegen lassen, damit die Schnittflächen antrocknen, dann in Torf-Sand Gemisch (1:1) stecken, angießen und mit Schlitzfolie überspannen oder unter Glas zur Bewurzlung bringen. Die Folie soll nicht aufliegen, auch darf kein Schwitzwasser auf die Stecklinge tropfen, da sie sonst all zu leicht faulen.

Nadelgehölze pflanzen

Ab Mitte des Monats, wenn die große Sommerhitze zu Ende ist, können sowohl Neupflanzungen erfolgen als auch bereits im Garten befindliche Exemplare an eine andere Stelle gebracht werden. Ballen wässern, sorgfältig ausgraben, damit das Wurzelwerk weitgehend erhalten bleibt und auf kräftiger Folie an den neuen Platz ziehen. Vorher Pflanzloch vorbereiten, anstelle von Torf mit Rindenhumus und halbverrottetem Kompost pflanzen, kräftig angießen und gut verankern (schräger Pfahl Spanndrähte). Auch für Rhododendren und andere Immergrüne ist jetzt Pflanzzeit.

Nadelgehölze schneiden

Dazu zählen vor allem Thujen und Fichtenhecken. Wenn jetzt oder im September geschnitten wird, sind die Jungtriebe noch nicht allzu sehr verholzt, so dass die Arbeit verhältnismäßig rasch vor sich geht Ein neuer Austrieb erfolgt erst wieder im Mai des nächsten Jahres. Der Schnitt kann aber auch erst im kommenden Frühjahr erfolgen. Immer nur soweit zurückschneiden, wie grüne Teile vorhanden sind und auf konische Form achten.

Rosen

Auf Pilzkrankheiten achten und wenn nötig gegen Sternrußtau und andere Rosenkrankheiten mit Schachtelhalmbrühe spritzen. Nur so bleiben die Rosen gesund und blühen bis in den späten Herbst hinein. Eine Mulchdecke erspart Wasser und Gießarbeit.

Im Obstgarten

Beerensträucher auslichten

Im belaubten Zustand lassen sich zu dicht stehende Stiele besonders gut erkennen. Von roten Johannis- und Stachelbeersträuchern werden vor allem überalterte Triebe, erkenn-bar am dunklen Holz, dicht über dem Boden heraus¬geschnitten. Ebenso entfernen wir schwache und zu dicht stehende Triebe und solche, die beinahe den Boden berühren. Schließlich schneiden wir alle aus dem Wur-zelstock ab, die als Ersatz für die entfernten älteren Triebe dienen. Nach dem Auslichten sollte der Stock nur noch 8—12 kräftige gut verteilte Triebe haben. Ähnlich gehen wir bei Stachelbeeren vor. Hier sind die ein- und zweijährigen hellgrau gefärbten Triebe besonders wertvoll; dunkel gefärbte ältere Triebe werden in zu dichten Sträuchern bevorzugt entfernt, während bei roten Johannisbeeren die Triebe durchaus bis etwa fünf Jahre alt werden dürfen. Schwarze Johannisbeeren bringen den besten Ertrag an hellen einjährigen Trieben. Soweit nicht bereits bei oder unmittelbar nach der Ernte geschehen, schneiden wir jetzt die dunklen abgetragenen Triebe Bodeneben ab, oder setzen sie auf einen Jungtrieb zurück.

Die aus dem Boden entstandenen Jungtriebe an den Spalierdrähten anbinden. Es genügen 4—6 solcher Triebe als Ersatz für die in diesem Jahr im Ertrag befindlichen, d.h. die zu vielen und schwächeren schneiden wir Bodeneben ab. Brombeeren erst ernten, wenn die Früchte tiefschwarz sind; nicht zu früh abnehmen.

Im Gemüsegarten

Tomaten

Weiterhin alle in den Blattachseln entstehenden Geiztriebe entfernen, sowie die unteren meist von der Krautfäule befallenen und inzwischen dürr gewordenen Blätter. Letzte Kopfdüngung geben. In Gegenden mit frühem Frost alle Blüten über dem 5. Blütenstand wegnehmen, Gipfeltrieb und Blätter belassen. So behalten die Pflanzen genügend Grün.

Petersilie

Petersilie, im August ausgesät, bringt uns im nächsten Frühjahr das begehrte würzige Grün. Im Gegensatz zur üblichen Frühjahrsaussaat keimen die Samen jetzt sehr rasch und die Pflanzen entwickeln sich gesund. während sie bei Nässe und kühler Frühjahrswitterung oft kränkeln und gelbliche Blätter bringen. Jetzt gesäte Petersilie überwintert meist sehr gut und beginnt erst im nächsten Sommer zu blühen. Es genügt dann, wenn wir eine Frühjahrsaussaat erst im Mai, also verhältnismäßig spät vornehmen.

Schädlinge

Auf Kohlweißlingsraupen achten, absammeln und zerdrücken. Sind viele Pflanzen stärker befallen, mit Rainfarnbrühe spritzen.

Pflanzen

Auf einem Saatbeet vorgezogene Kopfsalatpflanzen in den ersten Augusttagen auspflanzen. Das gleiche gilt für Winterendivie, Blumenkohl, Kohlrabi, Porree und vorkultivierten Knollenfenchel. Winter-Kopfsalat ‘Maiwunder‘ gegen Ende August auf ein Saatbeet dünn aussäen, damit sich bis September/Oktober kräftige Pflanzen entwickeln können.Gründüngung ausbringen Freigewordene Beete, die nicht mehr bestellt werden, nicht leer stehen lassen. Deshalb Senf oder andere Gründüngung, zB. Frankfurter Gemenge auf den nicht mehr bepflanzten Beeten aussäen.

Die Mistbiene – Nützling des Monats

Die Mistbiene (Eristalis tenax) ist die einzige Schwebfliege, die einen bekannten, volkstümlichen Namen hat. Sie heißt so, weil die Larven in Jauchepfützen, Sickergruben oder in verrottendem Schlamm leben. Um ihre Eier abzulegen, findet sich auch die erwachsene Mistbiene dort ein. Die Larven atmen in dem häufig nicht sehr sauerstoffreichen Wasser über einen Schnorchel. Der Schnorchel ist durch gefiederte Haare und eine Eindellung an der Wasseroberfläche zu erkennen. Aufgrund ihres Aussehens heißen die Larven Rattenschwanzlarven. Die bis zu 15 mm große Mistbiene wandert im Spätsommer über die Alpen nach Süden wie ihre Verwandte, die Hain-Schwebfliege, und andere Schwebfliegen der Gattung Syrphus. In den wärmeren Gefilden vermehrt sie sich.

Die nächste Generation wandert über die Alpen wieder zurück. Dabei kann sie 25 km pro Stunde zurücklegen. In milden Wintern können die nicht „zum Wandern aufgelegten“ Mistbienen hier im Norden auch gut überwintern.

Gewächshaus und Frühbeet

Gurken weiterhin mit schwacher Nährlosung allwöchentlich düngen. An den Seitentrieben nur immer eine Frucht und ein Blatt belassen, alles Übrige wegschneiden; bei Trockenheit reichlich gießen. Sollte jedoch kühle Witterung eintreten, dann mit Wasser zurückhaltend sein, da sonst ebenfalls Wachstumsstockungen auftreten können. Gurken rechtzeitig ernten, etwa mit 0,5 kg. Bleiben die Früchte zu lange hängen, so geht dies auf Kosten des weiteren Fruchtansatzes.

Bei Tomaten die sich in den Blattachseln bildenden Triebe ausgeizen. Pflanzen bei sonnigem Wetter in den Mittagsstunden schütteln. Dadurch fällt der Pollen auf die Narben, der Fruchtansatz wird gefördert. In der zweiten Augusthälfte auf dem Saatbeet vorgezogenen Kopfsalat oder Endivie pflanzen. Gewächshaus reichlich Iüften. Vom Frühbeet nach dem Anwachsen der Pflanzen die Fenster abnehmen und erst im September, wenn es etwas kühler wird, wieder auflegen. Auf frei gewordene Beete erneut Gemüse oder Gründüngung aussäen.

Aktuelles aus dem Tomatenparadies

Im August gibt es Brombeeren, die meisten Tomaten und frühe Äpfel sowie Saft, Marmelade und Kompott. Führungen im August finden von Montag bis Freitag von 11 bis 16 Uhr mit Verkostung der verschiedenen Tomatensorten, Sortenberatung und Pflegetipps statt. Sie können zum Preis von 800 Forint pro Person während der Führung essen so viel Sie wollen. Außerdem gibt es noch ein Kilo Tomaten, Obst oder Gemüse pro Person dazu. In unserem Hofladen führen wir Bio Holundersirup, Säfte, Marmeladen und Kompotte aus ungespritzten Früchten, einen sehr gut schmeckenden Wellness-Tee verschiedene Minze und Salbei Sorten, Akazienhonig vom Bio Imker, getrocknete Brennnesseln, Rainfarn und Schachtelhalm, hausgemachten Ziegen-Kefir mit original Kaukasischem Kefirpilz gezüchtet. Den Geschmacksunterschied muss man probiert haben.

Natürlich stehe ich für alle Fragen zu Permakultur, Bio Anbau, Tomaten und Paprika persönlich, telefonisch oder per E-Mail zur Verfügung.

Informationen

Walter Schneider
Paradicsom – Kert Almásháza
8935 Almásháza, Béke ut. 23
Tel. 0036 (30) 9142456
tomatenparadies@vollbio.de
www.tomatenparadies.gmxhome.de
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr. Mittwoch Nachmittag geschlossen!