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Vorübergehende Ausfuhr in die Schweiz: Wie es funktioniert und welche Dokumente erforderlich sind

Die Abwicklung von Zollverfahren kann für Unerfahrene kompliziert sein, insbesondere wenn Waren in die Schweiz exportiert werden. Im Gegensatz zum Handel innerhalb der Europäischen Union erfordert der Handel mit der Schweiz eine Reihe spezifischer Dokumente und rechtlicher Anforderungen, die für Unternehmen, die nicht gewohnt sind, mit Nicht-EU-Ländern zu handeln, ein Hindernis darstellen können.

Grenzübergang von EU in Schweiz

Es gibt jedoch eine wichtige Erleichterung, die sogenannte vorübergehende Ausfuhr, die es ermöglicht, Waren für einen begrenzten Zeitraum über die Grenze zu versenden, ohne Zölle oder endgültige Steuern zahlen zu müssen.

Was ist eine vorübergehende Ausfuhr?

Die vorübergehende Ausfuhr in der Schweiz ist ein Zollverfahren, das es ermöglicht, Waren in das Land einzuführen, ohne dass sofort Mehrwertsteuer anfällt, vorausgesetzt, dass diese nur für einen begrenzten Zeitraum und für bestimmte Zwecke auf Schweizer Gebiet verbleiben.

Diese Erleichterung ist besonders nützlich für Unternehmen, die Waren oder Ausrüstungen vorübergehend transferieren müssen, ohne endgültige Steuerlasten tragen zu müssen. Ein Beispiel ist die Teilnahme an Messen und Veranstaltungen, bei denen Unternehmen aus verschiedenen Branchen Produkte zur Ausstellung mitbringen und diese anschließend in ihre jeweiligen Herkunftsländer zurückführen.

Das gleiche Prinzip gilt für die Miete von Industriemaschinen wie Autokränen, Betonmischern oder Zimmereiausrüstung, die in der Schweiz für spezifische Arbeiten eingesetzt und dann zurückgegeben werden.

Auch in der Mode- und Designbranche ist diese Möglichkeit sehr beliebt, da sie die vorübergehende Einrichtung von Showrooms und Ausstellungsräumen zur Präsentation neuer Kollektionen ermöglicht.

Darüber hinaus gilt die vorübergehende Ausfuhr für halbfertige Waren, die in der Schweiz besondere Verarbeitungsschritte erfordern, bevor sie im Herkunftsland fertiggestellt werden. Ein typisches Beispiel ist die Uhrmacherei, bei der im Ausland hergestellte Komponenten zur Endbearbeitung an spezialisierte Schweizer Werkstätten geschickt werden, bevor sie endgültig montiert werden.

Wie beantrage ich die vorübergehende Ausfuhr?

Der Antrag auf vorübergehende Ausfuhr eines oder mehrerer Güter erfordert Aufmerksamkeit und detaillierte Kenntnisse der Zollvorschriften. Aus diesem Grund kann die Beauftragung eines Fachmanns den Prozess vereinfachen und die Interaktion mit dem Zollamt erleichtern.

Der Zollagent hat die Aufgabe, den Wert der eingehenden Waren zu deklarieren, auf dessen Grundlage eine Kaution berechnet wird, die in der Regel 7,7 % des Gesamtwerts entspricht und der vorgesehenen Mehrwertsteuer entspricht.

Um die Rückerstattung der Kaution zu erhalten, ist es wichtig, dass das Verfahren am Zoll am Ende der Aufenthaltsdauer ordnungsgemäß abgeschlossen wird. Wird das Verfahren nicht abgeschlossen, drohen Sanktionen und die Zahlung von zusätzlichen Abgaben, auch wenn keine rückwirkenden Zölle erhoben werden.

Besondere Aufmerksamkeit ist bei Lebensmitteln erforderlich: Neben den erforderlichen Ausfuhrgenehmigungen muss sichergestellt werden, dass die Menge der zurückkehrenden Waren der ursprünglich deklarierten Menge entspricht. Wenn ein Teil der Produkte verkauft oder verbraucht wird, muss zusätzlich zu den für die Warenkategorie vorgesehenen Zöllen die Mehrwertsteuer auf die fehlenden Waren gezahlt werden.

Was wird für die vorübergehende Ausfuhr von Waren benötigt?

Das Carnet ATA (Akronym für Temporary Admission) ist ein internationales Zolldokument, das die vorübergehende Ausfuhr und Einfuhr von Waren vereinfacht und die normalerweise erforderliche nationale Dokumentation ersetzt. Es kann auch für den Warentransit verwendet werden, wodurch Zeit und bürokratische Kosten reduziert werden.

Das Carnet ATA wird von den Handelskammern ausgestellt und ist ein Jahr lang gültig, ohne Möglichkeit einer Verlängerung. Die Zollbehörden des Bestimmungslandes können jedoch eine frühere Frist für die Wiederausfuhr festlegen, indem sie sie beispielsweise um zwei oder drei Monate gegenüber dem offiziellen Ablaufdatum verkürzen. Dieses auf der Einfuhrsouche angegebene Datum muss unabhängig von der Gesamtlaufzeit des Carnet ATA strikt eingehalten werden.

Durch die Nutzung dieses Instruments ist es möglich, die Zahlung von Zöllen und vorübergehenden Steuern zu vermeiden, die Zollabfertigung zu vereinfachen und eine effizientere Abwicklung des Warenverkehrs zu gewährleisten. Eine korrekte Verwaltung des Dokuments ist jedoch unerlässlich, um Strafen zu vermeiden und die ordnungsgemäße Rückführung der Waren in das Herkunftsland zu gewährleisten.