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Budapest zieht Olympiabewerbung zurück

Die Tourismusbranche diskutierte noch über das Für und Wider der Austragung von Olympischen Spielen, als die ungarische Regierung überraschenderweise dem Bürgermeister von Budapest schon empfahl, die Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele und die Paralympischen Spiele 2024 zurückzuziehen.



Der Oberbürgermeister, István Tarlós und der Vorsitzende des Ungarischen Olympischen Komitees MOK, Zsolt Borkai, gaben kurz danach ihre Entscheidung bekannt und zogen die Bewerbung offiziell zurück. Als Begründung wurde angegeben, dass das Land keine zum Scheitern verurteilte Bewerbung aufrechterhalten will. Ministerpräsident, Oberbürgermeister und das MOK waren sich einig, dass ein Festhalten an der Bewerbung einen bedeutenden Prestigeverlust für das Land zur Folge hätte.

Im einschlägigen Regierungsbeschluss heißt es, dass Olympia für Budapest und Ungarn eine nationale Angelegenheit sei. Die Erfahrung lehre, dass zum Vertreten nationaler Angelegenheiten Einigkeit notwendig ist. Bei Einreichung der Bewerbung war Einigkeit zwischen Regierung und Parteien vorhanden. Sie hatte ihren Ausdruck in 92% Zustimmung bei den Abgeordneten der Stadt und in 80% Zustimmung bei den Parlamentsabgeordneten gefunden. Die notwendige Zustimmung in Budapest sei durch das Anstreben eines Volksentscheides nun nicht mehr vorhanden, so dass die Bewerbung von Budapest chancenlos geworden ist. In dieser Situation gäbe es nur eine verantwortungsvolle Entscheidung: Budapest zieht die Bewerbung zurück.

Die Bürgerbewegung Momentum und die Oppositionsparteien hatten kürzlich in Budapest 266.151 Stimmen gegen die geplante Austragung der Olympischen Spiele gesammelt und hätten damit ein Bürgerreferendum erzwingen können. Dem wollte man sich offenbar nicht aussetzen, Umfragen in Budapest hatten eine klare Ablehnung signalisiert.

Kandidaten für die Olympischen Sommerspiele 2024 sind nun nur noch Los Angeles und Paris, die Entscheidung für die Austragungsstätte fällt am 13. September 2017 auf der Sitzung des Internationalen Olympischen Komitees in Lima.

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