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Geteilte Mobilität ist doppelte Nachhaltigkeit: Car-, Bike- und Scooter-Sharing in Europa

Schnell und einfach Kosten sparen und dabei auch noch etwas für die Umwelt tun: Car- und Bikesharing-Systeme sind inzwischen ein weltweiter Trend, der das Verkehrswesen langsam revolutioniert. Um die übermäßige Verkehrsbelastung sowie Luftverschmutzung zu minimieren, ist es clever, Transportmittel maximal auszunutzen. Diese Wende im 20. Und 21. Jahrhundert zeigt, dass das stetige Umdenken auch eine Revolution im Straßenverkehr bedeutet.

Bike sharing

Doch in welchen europäischen Hauptstädten hat sich Car-, Bike- und Scooter-Sharing am stärksten etabliert? Und in welchen Städten ist die “sharing economy” noch nicht angekommen?

Das hat Ladenzeile.de in 28 Hauptstädten der EU-Mitgliedsstaaten analysiert. Für die Studie wurde die Anzahl der bereitgestellten Fahrzeuge pro 10.000 Einwohner berücksichtigt sowie der Durchschnitts-Preis für die erste Stunde.

Die Top 3 der umweltfreundlichsten Städte

Mit einem großen Abstand zu allen anderen europäischen Hauptstädten ist Paris der absolute Ranking-Sieger. Brüssel und Berlin folgen der französischen Hauptstadt in etwas kleineren Schritten. Doch der Trend zum Car- und Bikesharing ist deutlich erkennbar. Schlusslichter bilden u.a. überraschenderweise Prag, Budapest und London.

Besonders in London fällt auf, dass die bereitgestellten Fahrräder mit einem durchschnittlichen Preis von 2,25€ pro Stunde relativ teuer ausfallen. In der Kategorie Carsharing zeigt sich weiterhin, dass die britische Hauptstadt mit einem Angebot von 2 Fahrzeugen noch deutlich in den Kinderschuhen der sharing economy steckt.

Ride my bike: Mobil auf zwei Rädern

Wer Bikesharing einmal ausprobiert hat, wird die Vorteile schnell bemerkt haben: Man spart die teuren Anschaffungskosten, ist mobil in der zumeist überfüllten Stadt und tut etwas für Gesundheit und Umwelt. Nicht zu vergessen, dass ein Fahrrad, welches von mehreren Personen genutzt wird, auch viel mehr Kilometer zurücklegt und so einen großen Beitrag zur Nachhaltigkeit leistet.

Den ersten Platz, mit 42 Rädern und einem Preis von 0,50€, belegt Brüssel, dicht gefolgt von Paris und Luxemburg. In der französischen Hauptstadt werden sogar 105 Fahrräder zu einem durchschnittlichen Preis von 1,00€ offeriert. Berlin rangiert derweil auf dem 14. Platz. Mit 2,50€ ist die deutsche Hauptstadt im Vergleich zu anderen Städten relativ teuer und mit 15 geteilten Rädern auf 10.000 Einwohnern nicht die bike-sharing-freundlichste Stadt.

Drive my car: Paris trägt den Sieg davon

Mehr Carsharing bedeutet weniger Autos auf den Straßen und somit auch weniger CO2 Ausstoß. Das haben die Franzosen schnell begriffen, denn Paris ist mit Abstand die car-sharing-freundlichste Stadt innerhalb der EU. Mit einer Anzahl von 19 bereitgestellten Fahrzeuge pro 10.000 Einwohner und einem Durchschnittspreis von 6,09€ ist die französische Hauptstadt Ranking-Sieger. Dicht auf den Fersen sind Wien und Kopenhagen. Dort stehen ungefähr die Hälfte der Fahrzeuge zur Verfügung und kosten doppelt so viel. Budapest belegt einen guten 8. Platz und ist damit in der Top 10.

Ein Roller für alle

  
Das Scooter-Sharing steht noch am Anfang seiner Entwicklung und ist deutlich unpopulärer als die beiden anderen Sharing-Systeme. Den ersten Platz in dieser Kategorie belegt Berlin mit 3 Rollern und Kosten von 8,70€ pro Stunde. Ebenfalls auf dem Treppchen stehen Paris und Lissabon. Vor allem Berlin fungiert momentan als eine Art Testgebiet für E-Roller. Dabei wird kontrovers diskutiert, ob der Einsatz von elektronischen Mietrollern wirklich die Umwelt entlastet. Zwar stoßen diese keine Abgase aus, beziehen aber Strom, der in Deutschland zumeist aus Atomenergie, Gas oder Kohle gewonnen wird.

Fazit: Die verschiedenen Sharing-Systeme bieten für unterschiedliche Bedürfnisse den jeweils passenden fahrbaren Untersatz. Als glücklichen Gesamtsieger, bezüglich der Kosten und des ausgeprägten Angebotes, lässt sich Paris krönen. Es bleibt allerdings spannend zu beobachten, wie sich die Systeme in den Ländern entwickeln werden. Denn wenn das Angebot und die Dichte der Fahrzeuge wächst, kann dadurch auch eine höhere Kundenschar angezogen und ein neues, nachhaltiges Transportsystem etabliert werden.