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Italienische Trauben in Ungarns Weinkellern

Die herbstliche Hitze fördert nicht nur die Gärung frisch gepreßter Trauben, sondern stellt auch die Erntehelfer vor schweißtreibende Probleme. Trotz günstiger Lesevoraussetzungen kaufen große Winzerbetriebe lieber preiswerte italienische als ungarische Trauben, obwohl letztere bis zu 15 Prozent billiger sind als im Vorjahr, berichtet Népszabadság. Die EU-Verträge machen eben fast alles möglich.

Nach letzten Schätzungen ist landesweit ein Erntevolumen von etwa 3,5 Millionen Hektolitern zu erwarten. Diese Menge wird durch weniger schädlichen Pilzbefall begünstigt, bedingt durch das traumhafte, vor allem niederschlagsarme Herbstwetter. Etwa drei Millionen Hektoliter des hier produzierten Weins werden jährlich in Ungarn getrunken, bis zu 700 Tausend Hektoliter exportiert.

Die örtlichen Traubenpreise erleben deshalb einen Tiefpunkt, weil sich mehrere Großbetriebe bereits mit billigem italienischen Wein, der verschnitten werden soll, eingedeckt haben, um möglichst unabhängig vom heimischen Markt zu sein. Manchen ungarischen Erzeugern bleibt deshalb kaum eine andere Möglichkeit, als den eigenen Ertrag später als mindere Qualitätsstufe, wie regionalen oder auch Tischwein, zu verkaufen.