Budapest: Gleichgültige Straßenbahnnutzer verweigern Hilfe

Am letzten Donnerstag kam es zu einem bestürzenden Zwischenfall in einer Straßenbahn der Linie 14 in Budapest. Wie erst jetzt bekannt wurde, war ein unbekannter, junger Mann mit mehreren Personen in Streit geraten, schreibt das Nachrichtenportal index.hu.



Plötzlich trat der äußerst aggressive Mann einem 69-jährigen Rentner von hinten mit voller Kraft in den Kopf, so dass dieser stürzte, sich die Nase brach und schwere Verletzungen im Gesicht davontrug.

Der verletzte Mann wollte telefonieren, was ihm wegen der starken Blutungen jedoch nicht möglich war. Da ihm in der Bahn niemand zu Hilfe eilte, stieg er aus der wartenden Straßenbahn aus und suchte den Fahrer. Dieser machte aber gerade in einem Gebäude Pause und war nicht aufzufinden. Der hilflose Mann stieg wieder in die Bahn ein und bat nun die Mitfahrer laut um Hilfe, seine Worte verhallten ohne jede Reaktion.

Als der Straßenbahnfahrer einstieg, berichtete der Mann den Vorfall. Der Fahrer bot dem Mann an, ihn bis zur Endhaltestelle mitzunehmen, wo er versorgt werden kann. Er war nicht bereit, die Polizei oder die Rettung zu rufen.

Der noch immer blutende Mann stieg ein paar Stationen weiter aus und ließ sich schließlich von Freunden versorgen. Sein Sohn erstattete wenig später Anzeige gegen den Angreifer, einen etwa 20 Jahre alten, unbekannten Mann und wegen unterlassener Hilfeleistung von Seiten des Straßenbahnfahrers. Die zuständigen Mitarbeiter der Verkehrsgesellschaft BKV Zrt. prüfen die Angelegenheit und werten die Kameras aus. Die Polizei leitete Untersuchungsverfahren ein.

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