Balaton Zeitung E-Paper Banner

Streams, Games, Podcasts: Digitale Hobbys für alle Generationen & die Qual der Wahl

Bis vor einigen Jahren begann das Abendprogramm immer zu einer festen Uhrzeit, die Familie saß gemeinsam vor demselben Röhren-TV und nach dem Film zur Prime Time war meistens Schluss. Das sieht jetzt ganz anders aus, denn durch das große Angebot an Serien, Musik, Podcasts und Games, die jederzeit bereitstehen, ist aus dem festen Abendprogramm ein persönliches Wunschkonzert geworden.

Freunde gamen zusammen - Digitale Hobbys Symbolbild

Doch ganz so weit ist es noch nicht gekommen – das Fernsehen hat seinen Platz nicht komplett verloren, es teilt ihn aber jetzt mit Smartphone und Konsole. Mal läuft eine Serie über einen Streamingdienst und mal dauert eine Gamingsession am Handy nur 10 Minuten. Unterwegs hört man dann vielleicht einen Podcast, den man schon daheim ausgewählt hat. Digitale Freizeit lässt sich immer leichter auf die kleinen Zeitfenster verteilen, die vielen Menschen im modernen Leben zwischen Arbeit und Familie bleiben. Das perfekte Hobby. Oder?

Deutschland spielt für sein Leben gern & das in so gut wie allen Altersklassen

Laut offiziellen Angaben aus dem aktuellen Jahresreport des Verbands game spielen 41,2 Millionen Menschen in Deutschland Videospiele. Unter den 6- bis 69-Jährigen sind es rund sechs von zehn. Das Durchschnittsalter beträgt inzwischen 38,3 Jahre, 79 % der Spielenden sind mindestens 18 Jahre alt. Frauen kommen auf einen Anteil von 46 %, Männer auf 54 %.

Gaming ist also weit vom „Hobby nur für Jugendliche“ entfernt.

Das Smartphone liegt mit 23,7 Millionen Spielenden vor der Konsole mit 22,1 Millionen. Rund 14 Millionen greifen zum PC. Etwa 19 Millionen Menschen spielen sogar auf mindestens zwei verschiedenen Geräten. Das verändert die Art, wie gespielt wird. Eine Konsole verlangt meist etwas mehr Zeit und einen festen Platz, aber das Smartphone steckt ohnehin in der Tasche und schon fünf Minuten reichen.

Lineares Fernsehen ist weiterhin verbreitet, inzwischen liegt Streaming jedoch davor

Eine Serie beginnt dann nicht mehr zwingend um 20.15 Uhr. Sie startet, wenn Zeit vorhanden ist. Ein Film kann pausiert und später fortgesetzt werden. Sportübertragungen laufen live, während andere Inhalte erst Stunden oder Tage später angesehen werden. Der feste Sendeplan verliert damit etwas von seiner früheren Bedeutung.

Was früher eine einzelne Tätigkeit war, zerfällt inzwischen leicht in mehrere kleinere Abschnitte:

  1. eine Folge einer Serie
  2. Nachrichten oder kurze Videos auf dem Smartphone
  3. ein Mobile-Game zwischendurch
  4. Musik über einen Streamingdienst
  5. ein Podcast vor dem Einschlafen

Nicht jedes digitale Angebot verlangt dieselbe Aufmerksamkeit und nicht jede Unterhaltung findet vor einem großen Bildschirm statt.

Zwischen Spiel & Glücksspiel liegt ein wichtiger Unterschied

Zur digitalen Freizeit gehören inzwischen zahlreiche interaktive Angebote. Dazu zählen klassische Games ebenso wie Poker oder Online-Casinos für Erwachsene.

Trotz der ähnlichen technischen Umgebung sollte beides nicht miteinander gleichgesetzt werden. Bei gewöhnlichen Computer- und Videospielen steht das Spiel selbst im Mittelpunkt. Glücksspiel kann dagegen mit echtem Geldeinsatz und entsprechenden Verlusten verbunden sein.

Wer sich über Online-Angebote informieren möchte, stößt deshalb häufig auf Vergleichsportale. Casino.org ist ein solches Online-Vergleichsportal und bündelt Informationen zu verschiedenen Glücksspielanbietern. Auf der österreichischen Übersichtsseite werden unter anderem Spieleangebote, Auszahlungszeiten, Zahlungsmethoden und weitere Merkmale einzelner Plattformen aufgeführt. Dort finden sich beispielsweise Informationen über seriöse Echtgeld Casinos und deren unterschiedliche Eigenschaften. Nutzer können sich ansehen, welche Zahlungsarten angegeben werden, wie lange Auszahlungen laut Übersicht dauern oder welche Spiele angeboten werden. Ein solcher Vergleich kann Informationen ordnen, ändert aber nichts daran, dass bei Echtgeldspielen Verluste möglich sind.

Damit ist dieser Teil digitaler Unterhaltung anders einzuordnen als eine gestreamte Serie oder ein gewöhnliches Videospiel.

Nicht jede digitale Freizeit lässt sich an Bildschirmzeit messen

Kopfhörer gehören mittlerweile zu den Geräten, die über viele Stunden verwendet werden. Laut Bitkom kommen Menschen in Deutschland, die Kopfhörer verwenden, im Durchschnitt auf 12,7 Stunden pro Woche. Die Geräte begleiten Musik, Podcasts, Filme, Gaming, Sport und teilweise sogar die Arbeit.

Das erklärt, warum Audio eine besondere Rolle spielt. Ein Film verlangt Aufmerksamkeit für den Bildschirm. Musik oder ein Podcast können dagegen beim Spaziergang, im Zug oder beim Kochen weiterlaufen.

Manchmal ist das Smartphone dabei nur noch die Abspielstation in der Tasche.

Mehr Möglichkeiten bedeuten nicht automatisch mehr Erholung

Die große Auswahl kann praktisch sein, hat aber eine eigenartige Nebenwirkung.

Wer einen Streamingdienst öffnet, findet Tausende Filme. Spielebibliotheken wachsen, Podcasts erscheinen täglich und auf dem Smartphone wartet ohnehin ständig etwas Neues. Trotzdem verbringt man mitunter mehr Zeit mit der Auswahl als mit dem eigentlichen Inhalt. Manchmal scrollt man hin und her und wird beinahe vom Angebot erschlagen.

Man hat im wahrsten Sinne des Wortes die „Qual der Wahl“.

Freizeit wird persönlicher

Die Zahlen aus Deutschland zeigen vor allem, wie breit digitale Unterhaltung inzwischen aufgestellt ist. Mehr als 41 Millionen Menschen spielen Games, Streaming erreicht einen großen Teil der Bevölkerung und selbst Kopfhörer kommen auf viele Stunden Nutzung pro Woche.

Dabei löst kaum ein neues Format das vorherige vollständig ab.

Der Fernseher steht noch im Wohnzimmer. Die Konsole ebenfalls. Hinzugekommen sind Smartphone, Streamingdienste, Podcasts und mobile Spiele.

Der größte Unterschied liegt daher vielleicht gar nicht in der Technik.

Früher entschied häufiger das Programm, was am Abend lief. Heute entscheidet jeder selbst – manchmal sogar mehrmals innerhalb derselben Stunde.