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Experten sehen Erholung nach sieben Quartalen Rezession

Ungarns Wirtschaft wird 2010 durch eine Phase der Stagnation gehen, jedoch nicht mehr rezessiv sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Finanzexperten in Zusammenarbeit mit der Erste Bank. Weiterhin geht die Studie davon aus, dass das Vertrauen internationaler Investoren in die ungarische Wirtschaft zur Jahresmitte wieder zunehmen dürfte. IWF-Kredite würden nicht mehr benötigt und die internationalen Organisationen zeigten sich erfreut über die auf Sparkurs getrimmte Finanzpolitik im Lande. Vor falschen Hoffnungen auf eine rasche Erholung der wirtschaftlichen Lage warnen die Experten jedoch. Es gebe lediglich Anlass zur Hoffnung, die Talsohle durchschritten zu haben und in verschiedenen Sektoren wie Industrie und Bau wieder leicht zu wachsen. Die Arbeitslosenquote werde jedoch zunächst unverändert hoch bleiben oder sogar noch weiter ansteigen. Das Budgetdefizit-Ziel der jetzigen Regierung von 3,8 Prozent des Bruttosozialprodukts könnte dagegen nach Einschätzung der Autoren bei Fortführung der rigorosen Finanzpolitik erreicht werden.

Ungarns Spar-Filialen steigern Umsatz 2009 um 6,2 Prozent

Die ungarische Tochter des Handelsriesen Spar kommt für das Jahr 2009 auf einen Umsatz von 397,3 Milliarden Forint. Dies ist gleichbedeutend mit einem Anstieg von 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresumsatz. Umgerechnet wurden 1,47 Milliarden Euro umgesetzt, 4,7 Prozent mehr ist als im Jahr zuvor. Der Vorsitzende von Spar in Ungarn, Péter Feiner, geht für das laufende Jahr von einer leichten Steigerung des Marktanteils von 14 Prozent auf über 15 Prozent aus. Spar betreibt in Ungarn insgesamt 367 Supermärkte und 31 Hypermärkte. In diesem Jahr sollen drei bis fünf Supermärkte und ein Interspar-Hypermarkt hinzukommen.

Investitionsvolumen in Ungarn gefallen

Die Investitionen in Ungarn sind nach Angaben des Zentralen Statistikbüros (KSH) im letzten Quartal 2009 insgesamt um 11 Prozent gegenüber dem dritten Quartal gefallen. Insbesondere im Finanzsektor sei ein starker Rückgang zu verzeichnen gewesen. Aber auch in der verarbeitenden Industrie und im Bausektor seien Abwärtsbewegungen sichtbar geworden. Die immer stärker werdende Nachfrage nach Exportgütern habe dagegen bisher noch nicht gegriffen und größere Unternehmen nicht dazu veranlasst, mehr in den Ausbau der Kapazitäten zu investieren. Im verarbeitenden Sektor liege man beispielsweise für das letzte Quartal 2009 bei 16,8 Prozent Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Finanzminister Oszkó hält Budgetdefizit-Ziel weiter für realistisch

Während die Ungarische Nationalbank (NBH) dem Erreichen des diesjährigen Defizitziels von 3,8 Prozent des Bruttosozialprodukts kritisch gegenübersteht, hält Finanzminister Péter Oszkó am propagierten Ziel seiner Regierung fest und verweist gegenüber der Nachrichtenagentur MTI auf die Erfolge des strikten Sparkurses in 2009. Mit einer weiterhin disziplinierten Finanzpolitik seien auch in 2010 neben dem Defizitziel sogar die Ausgabenziele erreichbar. Die Einschätzung der NBH basiere dagegen wohl auf der Annahme eines möglichen Regierungswechsels, der wohl eine Abweichung vom Sparkurs zur Folge hätte.