Die Verbraucherpreise in Ungarn sind im Oktober 2009 gegenüber den beiden Vormonaten nahezu unverändert geblieben. Dies geht aus Angaben der Zentralen Statistikbüros (KSH) hervor. Experten waren dagegen in ihren Vorhersagen eher von einem leichten Anstieg der Inflation ausgegangen.
Redaktion
Drei Mal lebenslänglich in Ungarn nach Lynchjustiz
Nach der grausamen Ermordung eines Lehrers in der Gemeinde Olaszliszka (Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén) hat das Berufungsgericht in Debrecen das Urteil aus der ersten Instanz verschärft. Drei Täter müssen lebenslang hinter Gitter, bei einem weiteren Täter verlängert sich die Haft von zunächst 15 auf 17 Jahre. Bei weiteren vier Angeklagten blieb es bei 15 Jahren Haft in zwei Fällen und je 10 Jahren im Jugend-Strafvollzug.
Die Tatbeteiligten hatten am 15. Oktober 2006 einen Lehrer vor den Augen seiner Kinder erschlagen. Motiv für die Bluttat war, dass der Mann mit seinem Auto ein am Straßenrand laufendes kleines Mädchen gestreift hatte. Das Kind war in den Graben gefallen, aber unverletzt geblieben.
Die acht ermittelten Tatbeteiligten waren anschließend wegen besonders grausamen Mordes teils als Mittäter, teils als Anstifter wegen besonders grausamen Mordes vor Gericht gestellt worden. Der Vater des Mädchens erhielt schon damals eine lebenslange Freiheitsstrafe, die jetzt bestätigt wurde. Für ihn besteht erst nach Ablauf von 30 Jahren eine Chance, wieder auf freien Fuß zu kommen. Auch die Mutter des Kindes und ein Bruder gehörten zu den Tätern.
Ungarn in Sorge wegen Lebensniveau und Klimawandel
Die Ungarn machen sich in erster Linie wegen der angeblichen Untätigkeit ihrer Regierung, wegen des Rückgangs des Lebensniveaus und wegen des Klimawandels Sorgen. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungs-Instituts Tarki vom Sommer dieses Jahres, dessen Ergebnisse am Freitag veröffentlicht wurden.
Dabei ist mit 69 Prozent der erwachsenen Bevölkerung der Teil am größten, der wegen der Untätigkeit der derzeitigen Regierung besorgt ist. Hier wiederum sind die älteren und die auf dem Lande lebenden Menschen am meisten in Sorge, während die Budapester und Menschen mit Diplom unter dem Durchschnitt liegen.
Wegen des Verfalls des Lebensniveaus liegen Ungarn mit Diplom mit 50 Prozent unter dem Durchschnitt, der mit 59 Prozent angegeben wird, während Diplomierte (48 Prozent), und auf dem Lande Lebende (55 Prozent) und Bewohner von Komitatsstädten (41 Prozent) sich um den Klimawandel am meisten Sorgen machen. Der Vormarsch von Rechtsextremisten macht 45 Prozent der Befragten besorgt, vor allem aber ältere Menschen (52 Prozent), am wenigsten Leute zwischen 18 und 30 Jahren (34 Prozent)
Europäische Anerkennung für Pécs
Nach einem strengen Prüfungsverfahren hat die Kulturhauptstadt Pécs2010 den Melina-Mercouri-Preis verliehen bekommen, der mit 1,5 Millionen Euro dotiert ist. Das wurde am Donnerstag in Budapest und Pécs mitgeteilt. Der Preis würdigt die umfassende Vorbereitung der Stadt über mehrere Jahre auf die Zeit bedeutender kultureller Höhepunkte.
Bürgermeister Zsolt Páva nannte den Preis symbolisch. Er bestätige, dass die Stadt darum bemüht ist, den Titel Kulturhauptstadt Europas mit Würde zu tragen. Das Preisgeld wird für einen Teil der kulturell-künstlerischen Programme eingesetzt.
Die alljährliche Wahl mindestens einer Kulturhauptstadt – 2010 sind es mit Pécs, Essen und Istanbul gleich drei – geht auf die einstige griechische Kulturministerin Melina Mercouri zurück, nach der der Preis benannt ist. Auf ihre Initiative startete der Rat der Kulturminister Europas im Juni 1985 das Programm mit dem Titel Kulturstadt Europas, aus dem später die Kulturhauptstadt wurde. Seither ist es wegen seiner großen Beliebtheit aus Europa nicht mehr wegzudenken. In den bisherigen Kulturhauptstädten ging davon eine bedeutende wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung aus, die auch die jeweilige Region einbezog.
