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Ungarn steht vor schmerzhaften Reformen

Das marode Gesundheitssystem bekommen die Bürger am meisten zu spüren

Die sozialliberale Regierung Ungarns unter Ferenc Gyurcsany (44), die als erste in der nachkommunistischen Geschichte des Landes wiedergewählt wurde, steht vor schwierigen Aufgaben.

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Bau der M6 fordert erneut Todesopfer

Der Bau der restlichen Strecke der Autobahn M6 von Budapest nach Pécs und an die kroatische Grenze hat das dritte Menschenleben gefordert. Auf einer Baustelle in der Nähe von Bóly (Komitat Baranya) kam am Donnerstagmorgen ein 60-jähriger Obermeister bei einem Arbeitsunfall ums Leben. Den Mann begruben die Erdmassen von einem Lkw, die aus bislang ungeklärter Ursache nicht nach hinten, sondern an der Seite niedergingen, teilte die Polizei am Freitag auf Anfrage mit.

Im Juli hatte ein Stromschlag einen Arbeiter getötet, als der Arm eines Baggers eine Hochspannungsleitung berührte. Später überfuhr ein Lastwagen auf dem Baugelände einen Mann. Zu der Unfallserie kommt noch ein Schwerverletzter, der bei Sicherungsarbeiten nach einem Tunneleinsturz bei Bátaszék von einem umfallenden Gerüst getroffen wurde.

Die Tunnel an der Grenze zwischen den Komitaten Baranya und Tolna ist nach dem letzten Fall immer noch nicht von der Bergbaubehörde für die Fortsetzung der Bauarbeiten freigegeben worden. Ungeachtet der Zwischenfälle soll die Autobahn im März 2010 von Budapest bis Pécs befahrbar sein.

Italienische Trauben in Ungarns Weinkellern

Die herbstliche Hitze fördert nicht nur die Gärung frisch gepreßter Trauben, sondern stellt auch die Erntehelfer vor schweißtreibende Probleme. Trotz günstiger Lesevoraussetzungen kaufen große Winzerbetriebe lieber preiswerte italienische als ungarische Trauben, obwohl letztere bis zu 15 Prozent billiger sind als im Vorjahr, berichtet Népszabadság. Die EU-Verträge machen eben fast alles möglich.

Nach letzten Schätzungen ist landesweit ein Erntevolumen von etwa 3,5 Millionen Hektolitern zu erwarten. Diese Menge wird durch weniger schädlichen Pilzbefall begünstigt, bedingt durch das traumhafte, vor allem niederschlagsarme Herbstwetter. Etwa drei Millionen Hektoliter des hier produzierten Weins werden jährlich in Ungarn getrunken, bis zu 700 Tausend Hektoliter exportiert.

Die örtlichen Traubenpreise erleben deshalb einen Tiefpunkt, weil sich mehrere Großbetriebe bereits mit billigem italienischen Wein, der verschnitten werden soll, eingedeckt haben, um möglichst unabhängig vom heimischen Markt zu sein. Manchen ungarischen Erzeugern bleibt deshalb kaum eine andere Möglichkeit, als den eigenen Ertrag später als mindere Qualitätsstufe, wie regionalen oder auch Tischwein, zu verkaufen.