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Schweinehalter protestieren in Budapest

Auf dem Kossuth-Platz vor dem ungarischen Parlament in Budapest haben am Mittwoch (30.3.) nach Medienberichten rund 60 Schweinehalter gegen schlechte Verwertungsbedingungen protestiert. Derzeit könne Schweinefleisch wegen der gestiegenen Futterpreise und anderer ungünstiger Wirtschaftsfaktoren nur mit Verlust produziert werden, erklärte der Vorsitzende des Verbandes Ungarischer Schweinehalter, Antal Sákán. Lebendes Schwein sei gegenwärtig nur gegen 310 bis 315 Forint je Kilogramm (etwa 1,20 Euro9 abzusetzen, während die Herstellung 370 bis 380 Forint koste.

Mehrere tausend Arbeitsplätze seien deshalb bedroht. Außerdem könnten mehrere 100 000 Schweine vom ungarischen Markt verschwinden und an ihrer Stelle weitere Importe ins Land kommen. Als Beispiel verwies Sákán darauf, dass seit dem Dioxinskandal deutsches Schweinefleisch in Korea, Japan und Russland schwer absetzbar sei und deshalb angeblich die mittel-osteuropäischen Länder zum Markt für deutsches Schweinefleisch geworden wären. Vom Agrarministerium werde erwartet, dass den Erzeugern in Ungarn als Sofortmaßnahme Kredite für Umlaufmittel und staatlich aufgekauftes Futter gesichert werden.

Budapester Bäder öffnen bislang geschlossene Bereiche

Interessante Tage stehen Besuchern der im In- und Ausland bekannten Budapester Thermalbäder bevor. Das Széchenyi-, Dagály-, Lukács- und Gellért-Bad, in denen zahllose Gäste Erholung und Heilung fanden, machen jetzt bislang geschlossene Bereiche für kurze Zeit zugänglich, und das auch noch unentgeltlich. Von Dienstag (22.3.) an vier Tage lang dürfen Neugierige einen Blick „hinter die Kulissen“ werfen. Unter sachkundiger Führung lernen sie so die Brunnen, Maschinenhallen sowie im Gellért die in Europa einzigartige, 1927 erbaute Wellenmaschine kennen. In Begleitung eines Höhlenforschers kann das Publikum den Mühlenteich besichtigen, der das Lukács-Bad mit Thermalwasser versorgt, und vom Heilwasser kosten. Erstmals beteiligt sich die Budapester Heilbad- und Thermalwasser AG an den Feiern zum Welttag des Wassers.

Budapester Flughafen wird nach Franz List benannt

Internationaler Flughafen Franz List Budapest wird der bisherige Flughafen Budapest Ferihegy in Zukunft heißen. Das beschloss die ungarische Nationalversammlung am Mittwoch (16.3.). Die Umbenennung gilt dem berühmten Komponisten und Pianisten Ungarns aus Anlass seines 200. Geburtstages, der in diesem Jahr begangen wird.

Vor allem mit zahlreichen kulturellen Veranstaltungen gedenken Musikfreunde in Ungarn und weit über die Grenzen des Landes hinaus des bedeutendsten romantischen Komponisten des 19. Jahrhunderts, der zugleich einer der bedeutendsten Klaviervirtuosen aller Zeiten war.

Elvis Presley wird Ehrenbürger Budapests

In Budapest soll ein Platz nach Elvis Presley benannt werden, teilte Oberbürgermeister István Tarlós vor Journalisten mit. Außerdem planen die Stadtväter, den „King of Rock ’n’ Roll“ wegen seiner „herausragenden Rolle bei der Verbreitung der revolutionären Ereignisse 1956 in Ungarn post mortem zum Ehrenbürger der Hauptstadt zu wählen. Tarlós argumentierte, ausschließlich politische Gründe hätten ihn zu der Entscheidung bewogen.
Man werde Elvis Presleys Wahl zum Ehrenbürger „für die Anteilnahme an den Ideen der Revolution in Ungarn und deren Popularisierung“ vorschlagen.

Wie das Nachrichtenmagazin für Wirtschaft und Politik „HVG“ bemerkt, sei dies zwar eine schöne Geste, stehe jedoch bei weitem nicht im Verhältnis zu dem, was Elvis für die ungarische Revolution tat. Er habe dafür nämlich gar nichts getan, sondern nur Zuschauer bei einer Fernsehshow aufgefordert, zu spenden und Pakete zu schicken, um so den notleidenden ungarischen Familien zu helfen. Darüber hinaus habe er sich nicht mit den Ungarn beschäftigt und „schon gar nicht mit dem Gedenken an die Revolution oder dem neuen Unterdrückungssystem“. Seine Geste sei „keinesfalls mit Größenordnung, Organisiertheit und Echo späterer Hilfsaktionen britischer und amerikanischer Popstars für Hungernde und politisch Unterdrückte vergleichbar“.