Ungarns Zoll hat bei einer geplanten Aktion in Budapest vier Ungarn gestellt und bei ihnen zwei Kilogramm hochreines Morphin gefunden. Einer der mutmaßlichen Täter ist Polizist, deshalb übernahm die Budapester Ermittlungsbehörde den Fall.
Die sichergestellte Menge entspricht etwa 10 000 tödlichen Dosen der Droge, die in der Medizin als starkes Schmerzmittel eingesetzt wird. Es war das erste Mal in der Geschichte, dass der ungarische Zoll diesen Stoff beschlagnahmte, teilte die Behörde am Donnerstag (27.5.) mit. Auf dem Schwarzmarkt hätte die Lieferung einen Erlös von 15 Millionen Forint (rund 54 000 Euro) gebracht.
Nachrichten
Zwei Millionen Sandsäcke für Ungarn
Gleich sechs EU-Länder bekunden ihre Solidarität und wollen ein Hilfeersuchen Ungarns mit der Lieferung von mehr als zwei Millionen Sandsäcken für den Kampf gegen das Hochwasser beantworten. Das sind sogar 120 000 mehr als erbeten, teilte die Vertretung Ungarns beo der EU-Kommission am Donnerstag (27.5.) mit. Dienstagabend erst hatte sich Ungarn mit der Bitte um dringende Unterstützung an den Zivilschutz-Mechanismus der EU gewandt. Die eigenen Vorräte sind beinahe erschöpft, weil bereits 3,6 Millionen Säcke gegen die Fluten eingesetzt wurden.
Allein Deutschland bot 1,2 Millionen Sandsäcke an. Je 100 000 Stück kann Ungarn von Tschechien, Holland und Kroatien erhalten. Österreich will 250 000, Dänemark 300 000 Säcke liefern. Seit dem 15. Mai musste Ungarn auf einer Flusslänge von 930 Kilometern vorübergehend Schutzmaßnahmen gegen Hochwasser ausrufen. Sie konzentrieren sich auf vier Gebiete, nämlich die nordostungarischen Flüsse, die große Tiefebene, das Tal der Kapos (Somogy/Tolna) und das Bakonygebirge nördlich des Balaton.
41 Milliarden Forint durch vereinfachte Unternehmenssteuer
Ungarns Einnahmen aus der vereinfachten Unternehmenssteuer (SET oder EVA) summieren sich für die ersten vier Monate des Jahres auf insgesamt 41,4 Milliarden Forint. Das geht aus Angaben des Finanzministeriums hervor. Unternehmen mussten nach der neuen Steuerregelung bis zum 12. April insgesamt 30 Prozent ihres Umsatzes aus dem ersten Quartal abführen. Im Jahre 2009 hatte die Steuerbelastung noch bei 25 Prozent gelegen.
Rezession in Ungarn gestoppt
Nach fünf Quartalen aufeinanderfolgendem Rückgang ist der Abwärtstrend beim Bruttosozialprodukt in Ungarn jetzt zum Stillstand gekommen. Hauchdünn – um 0,1 Prozent – lag es im 1. Quartal dieses Jahres über dem bereits niedrigen Niveau von vor einem Jahr, berichtet das Zentrale Statistische Amt am Mittwoch (26.5.).
Die Industrieproduktion stieg um 4,5, der Export um 17, der Import um 12 Prozent. Dabei stieg das ungarische Aktiv im Warenverkehr auf mehr als das Doppelte auf 1,3 Milliarden Euro. Die Realeinkommen lagen um 5,6 Prozent über denen vor einem Jahr. Die Produktion der Bauindustrie verlor jedoch weiter an Umfang, sank um etwa 10 Prozent.
Die ohnehin geringe Beschäftigung lag um 1,3 unter der des Vorjahres, während die Arbeitslosigkeit um 24 Prozent zunahm, wobei die Arbeitslosenquote 11,9 Prozent erreichte. Die Verbraucherpreise stiegen im April um 5,7 sowie im Durchschnitt von vier Monaten um 5,9 Prozent.
