Die Zeit der 200-Forint-Scheine in Ungarn ist endgültig vorbei. Wie die Nationalbank mitteilte, wird die grüne Banknote nur noch bis Sonntag Mitternacht als Zahlungsmittel angenommen. Danach wird man sie aber noch zwanzig Jahre lang auf der Post oder in größeren Banken einwechseln können.
Grund für die Veränderung ist, dass der häufige Gebrauch des 200-ers zur schnellen Abnutzung führte und der deshalb nötige rasche Ersatz bedeutende Ausgaben verursachte. Dieses Problem wurde durch die Ausgabe der Münze gelöst, die die Nationalbank am 15. Juni dieses Jahres in Umlauf brachte. Bislang befinden sich davon 60 Millionen Stück im Verkehr.
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Ungarn erwartet Grippe-Höhepunkt im Dezember
Die Welle der neuen Grippe wird in Ungarn vermutlich um die Weihnachtszeit ihren Höhepunkt erreichen. Das ergaben Einschätzungen, über die die Direktorin des Zentrums für Europäische Krankheitsvorbeugung und Kontrolle, Zsuzsanna Jakab, am Wochenende berichtete. Im privaten Rundfunksender InfoRadio erklärte sie, in den vergangenen zwei bis drei Wochen habe sich die Zahl der Todesfälle wegen des H1N1-Virus in der EU verdoppelt. Die Daten seien beunruhigend, weil sie das Vordringen der Grippe-Epidemie anzeigten.
In Island und Irland seien von der Epidemie gegenwärtig am stärksten erfasst, sagte Jakab. In weiteren zwölf EU-Ländern habe sie sich ausgebreitet. Beunruhigend sei, dass die Zahl der Erkrankungen sich auch in den Nachbarländern Ungarns sprungartig erhöhte.
Die Expertin betonte, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den in Ungarn hergestellten Impfstoff gegen die neue Grippe als eines der effektivsten Vakzine bezeichnete. Da die Impfung innerhalb von zwei Wochen ihre Wirkung entfalte, sei keine Zeit zu verlieren, mahnte Jakab.
Unterdessen wurde bekannt, dass in Ungarn weitere zwei Menschen an den Folgen der neuen Grippe gestorben sind. Dabei handelt es sich um einen 55jährigen Mann aus dem Komitat Szolnok und eine 73-jährige Rumänin, die sich wegen Kreislaufproblemen im Krankenhaus befanden. Bei einem der Opfer wurde das H1N1-Virus bereits nachgewiesen, bei dem anderen sind die Tests noch im Gange. Keiner der beiden Patienten soll den Angaben zufolge gegen die Grippe geimpft gewesen sein.
Ungarn: Inflation stagniert
Die Verbraucherpreise in Ungarn sind im Oktober 2009 gegenüber den beiden Vormonaten nahezu unverändert geblieben. Dies geht aus Angaben der Zentralen Statistikbüros (KSH) hervor. Experten waren dagegen in ihren Vorhersagen eher von einem leichten Anstieg der Inflation ausgegangen.
Drei Mal lebenslänglich in Ungarn nach Lynchjustiz
Nach der grausamen Ermordung eines Lehrers in der Gemeinde Olaszliszka (Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén) hat das Berufungsgericht in Debrecen das Urteil aus der ersten Instanz verschärft. Drei Täter müssen lebenslang hinter Gitter, bei einem weiteren Täter verlängert sich die Haft von zunächst 15 auf 17 Jahre. Bei weiteren vier Angeklagten blieb es bei 15 Jahren Haft in zwei Fällen und je 10 Jahren im Jugend-Strafvollzug.
Die Tatbeteiligten hatten am 15. Oktober 2006 einen Lehrer vor den Augen seiner Kinder erschlagen. Motiv für die Bluttat war, dass der Mann mit seinem Auto ein am Straßenrand laufendes kleines Mädchen gestreift hatte. Das Kind war in den Graben gefallen, aber unverletzt geblieben.
Die acht ermittelten Tatbeteiligten waren anschließend wegen besonders grausamen Mordes teils als Mittäter, teils als Anstifter wegen besonders grausamen Mordes vor Gericht gestellt worden. Der Vater des Mädchens erhielt schon damals eine lebenslange Freiheitsstrafe, die jetzt bestätigt wurde. Für ihn besteht erst nach Ablauf von 30 Jahren eine Chance, wieder auf freien Fuß zu kommen. Auch die Mutter des Kindes und ein Bruder gehörten zu den Tätern.
