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Immer mehr Jugendliche rufen Telefon-Seelsorge

In den gegenwärtigen Krisenzeiten laufen bei der Telefon-Seelsorge in Ungarn die Telefone heiß. Nach Angaben aus 14 Regionalbüros baten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres doppelt so viele Menschen um Hilfe wie im vorigen Jahr. „Die Anrufer sind immer jünger“, berichtet der private Fernsehsender atv. „Schon 6- bis 8-Jährige bitten um Hilfe. Die Experten meinen, dass die Krise der Grund für alles ist.“

„Es rief auch schon ein 8-Jähriger an und bezog sich auf die wirtschaftlichen Probleme. So will er seinen Eltern helfen“, berichtete der Vorsitzende des Landesverbandes der Telefon-Seelsorge-Dienste für Ungarische Kinder und Jugendliche, Imre Farkas. Der Junge habe die Seelsorge angerufen und erklärt, „dass er sterben möchte“. Dies sei kein Einzelfall gewesen, wobei es bislang gelungen sei, die Suizid-Absicht allen auszureden.

Als Grund für das Verhalten sehen die Fachleute, dass die Rolle der Familie bei der Sozialisierung und der Problemlösung ein wenig in den Hintergrund gedrängt werde, erläutert der Soziologe Ádám Páthy. „In so einer Zeit suche der Einzelne nach Alternativen, nach jemandem, den er für kompetent hält“..

Agrarpreise in Ungarn brechen ein

Die Agrarpreise in Ungarn sind im Vergleich zum Vorjahr bedeutend gefallen. Wie das Zentrale Statistische Amt am Freitag berichtet, gingen die Preise per Maai um 21,7 Prozent zurück. Dabei sank das Preisniveau für pflanzliche Produkte um 28,9, das für tierische Produkte um 4,3 Prozent. In der Periode Januar-Mai verzeichneten die Statistiker einen Preisverfall um 25,9 Prozent. Die Produktionspreise für Getreide beispielsweise stürzten im Mai zum Vorjahresmonat um 38,5 Prozent ab. Bei Gemüse ergab sich ein Rückgang um 6,3 Prozent. Auch bei Obst ist der Preisverfall mit rund 33 Prozent außergewöhnlich hoch. Das ist nach Aussage der Statistiker vor allem auf Äpfel zurückzuführen, deren Preis um 36 Prozent sank. Dagegen stiegen die Preise für Kartoffeln um 13, für Ölpflanzen um 4,8 Prozent.

Graffiti-Schmierer gestellt

An einer Budapester Metro-Station sind am Donnerstag Graffiti-Schmierer Sicherheitskräften der Verkehrsbetriebe (BKV) ins Netz geraten. Dabei kam es zu Rangeleien, die nunmehr von der Polizei untersucht werden, teilten die Verkehrsbetriebe mit. Die Graffiti-Sprüher verursachten einen Schaden von einer Million Forint (etwa 4000 Euro), hieß es. Die Beseitigung von Graffiti im Inneren und an den äußeren Verkleidungen der Fahrzeuge verursache in Budapest jährlich Kosten bis zu 120 Millionen Forint.

Motorrad im Schienenverkehr

Eine eigenwillige Verbindung zu seinem Angelrevier hat ein 64-jähriger Mann in Ungarn testen wollen. Zwischen den Bahnschienen fuhr er am Donnerstag mit seinem Motorrad aus dem Dorf Péterhida (Komitat Somogy) Richtung Barcs, berichtet die Polizei. In seinen Fahrplan hatte er jedoch den Schnellzug Szombathely-Pécs/Fünfkirchen einzubauen vergessen. Zwar unternahm der Mann noch den verzweifelten Versuch, sein Gefährt vor dem Zug in Sicherheit zu bringen, doch der schleuderte trotz Notbremsung das Motorrad von den Gleisen. In einem filmreifen Stunt rettete sich der Mann vorher durch einen Sprung und blieb unverletzt. Jetzt muss er sich in einem Strafverfahren verantworten.