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Polizei beendet Geiselnahme in Ungarn

Die Polizei hat in der Stadt Érd bei Budapest eine Geiselnahme beendet und dabei sechs mutmaßliche Täter festgenommen. Gegen sie wurde ein Strafverfahren eingeleitet, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Die Tatverdächtigen hatten am Dienstagabend auf einem Parkplatz im nahe gelegenen Százhalombatta einen 26-jährigen Mann in ihre Gewalt gebracht, in ihr Auto gezerrt und dann für seine Freilassung ein Lösegeld von vier Millionen Forint (etwa 14 000 Euro) gefordert.

Ein Bekannter der Geisel, der Zeuge des Verbrechens wurde, benachrichtigte die Polizei. Die Ermittler fanden heraus, dass die Geldübergabe im nordostungarischen Ózd an einer Tankstelle stattfinden sollte. Dort fassten die Beamten vier mutmaßliche Täter und stellten Waffen sicher. Der Geisel gelang es während der Aktion zu fliehen. Zwei Männer, die die Geisel gefangen gehalten hatten, wurden am Mittwoch zuhause gestellt. Ein siebenter Tatverdächtiger steht noch auf der Fahndungsliste.

Rechtsextreme Demonstration in Budapest verboten

Die Polizei hat eine für Samstag geplante Demonstration der rechtsextremen Organisation Jugendbewebung der Vierundsechzig Burgkomitate verboten, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Der von Reitern und einem Lkw geführter Demonstrationszug sollte sich der Anmeldung zufolge vom Aufmarschplatz am Stadtwäldchen über die zentral gelegene Andrássy út bis zum Roosevelt tér vor der Kettenbrücke bewegen. Dabei sollte er an den Botschaften der Nachbarländer Slowakei, Rumänien und Serbien vorbeiführen.

Nach dem polizeilichen Verbot unter Hinweis darauf, dass der Verkehr auf anderen Wegen nicht gesichert werden könne, hatte der Veranstalter die Demonstration ein zweites Mal zum selben Zeitpunkt und für dieselbe Streckenführung angemeldet. Daraufhin folgte ein weiteres Verbot, das Vertreter des Budapester Polizeipräsidiums am Donnerstag aushändigten. Zugleich informierten sie den Veranstalter, dass die Polizei im Fall, dass die Demonstration ungeachtet des Verbotes stattfinden sollte, diese auflösen und gegen die Organisatoren ein Verfahren einleiten werde.

Die Jugendbewegung der Vierundsechzig Burgkomitate wird als national radikal eingeschätzt. Mit ihrem Namen bezieht sie sich auf die 64 Komitate, aus denen Ungarn bis zur Abtrennung von etwa zwei Dritteln seines Territoriums durch den Vertrag von Trianon nach dem Ersten Weltkrieg bestand. Die Bewegung verweist damit auch auf ihren revisionistischen Charakter.

Gemälde aus Kirche gestohlen

Fünf Gemälde im Gesamtwert von mindestens 50 Millionen Forint (etwa 175 000 Euro ist aus der Kirche von Császár (Komitat Komárom-Esztergom) gestohlen worden, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Die bislang unbekannten Täter waren am frühen Morgen über die Sakristei in das Gotteshaus gelangt, hatten die Gemälde von der Wand abgehängt und dann mit einem scharfen Gegenstand aus den Rahmen geschnitten. Erst der Hausmeister entdeckte die Tat zwischen acht und neun Uhr und rief die Polizei.

Desinteresse an Europa-Wahl

Die Einwohner der vier Visegrád-Staaten Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn zeigen nur geringes Interesse an der Europa-Wahl am Sonntag. Das ergab eine Umfrage der Mitteleuropäischen Meinungsforschungsgruppe (CEORG) und des Meinungsforschungs-Instituts Tárki.

Dabei haben die Ungarn noch am meisten von allen über die Wahlen gehört, während die Tschechen am schlechtesten informiert sind. Die Ungarn interessieren sich auch am meisten für die Wahl: Etwa die Hälfte von ihnen zeigte sich bei der Umfrage interessiert, während es beid en Slowaken 37, den Polen 35 und den Tschechen nur 29 Prozent waren.

Vor allem auf Informationsmangel werde auch das allgemeine Desinteresse zurückgeführt, stellt das Institut in seinem Bericht fest. Ein Großteil der Bevölkerung der vier Staaten plane deshalb nicht, an der Wahl teilzunehmen. 31 Prozent der Ungarn, 29 Prozent der Polen, 15 Prozent der Tschechen und 14 Prozent der Slowaken wollen ihre Stimme abgeben.