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Obdachloser mit „heftiger“ Geldbuße belegt

Ein bisschen vorweihnachtliches Fingerspitzengefühl lässt die Stadtverwaltung in Balatonlelle vermissen.

Herr János Vén ist seit Jahren obdachlos, befindet sich in schlechtem Gesundheitszustand, und wurde nach wochenlanger Pflege erst kürzlich aus dem Krankenhaus in Siófok entlassen. Es ist nicht nachvollziehbar, welch wenig erfreuliches Schicksal ihm sein bisheriges Leben bescherte. Aufgrund seiner momentanen Situation und der mißlichen Wirtschaftslage in Ungarn ist an ein festes Arbeitsverhältnis für ihn nicht zu denken. So versucht Herr Vén, sich neben geringer Sozialhilfe mit dem Zurückschieben von Einkaufswägen vor örtlichen Supermärkten ein tägliches Zubrot zu verdienen, wobei er manchmal das Pfand von 100 Forint behalten darf.

Auf dem Weg zu seinem „Arbeitsplatz“ benutzte Herr Vén beim Überqueren der Hauptstraße aber einmal nicht den dafür vorgesehenen Zebrastreifen, sondern kürzte ab. Die zufällig vor Ort anwesende Polizei nahm dies zum Anlaß, Personalien festzustellen und den nicht gesetzmäßigen Vorfall der Stadtverwaltung in Balatonlelle mitzuteilen, die für die begangene Ordnungswidrigkeit ein Bußgeld in Höhe von 15.000 Forint (etwa 60 Euro) festsetzte.

Da János Vén als Obdachloser aber keine Zustelladresse aufweisen kann, besann man sich im Rathaus auf eine ausgeklügelte Lösung: Mit der Adresse „Herrn János Vén, Balatonlelle, Parkplatz vor dem Lidl-Supermarkt“ konnte der Bußgeldbescheid durch den Postboten tatsächlich und gegen Unterschrift an den Mann gebracht werden. Wie der bedauernswerte Sünder die 15.000 Forint nun aber bezahlen kann, steht vorläufig in den Sternen. Spenden werden von Herrn Vén jedenfalls gerne entgegengenommen, schließlich weiß man, wo er sich oft aufhält.

14 Jahre Haft für jugendliche Mörder in Ungarn

Die Grausamkeit der Tat ist beinahe unvorstellbar: Zwei 16-Jährige Gymnasiasten aus Nagyatád (Komitat Somogy) lockten im Mai dieses Jahres einen Klassenkameraden an einen einsamen See, misshandelten ihn mit Steinen, Stöcken und einem Meißel, ließen aus Brusthöhe schwere Betonbrocken auf sein Gesicht fallen, bis ihr Opfer das Bewusstsein verlor. Dann warfen sie ihn ins Wasser, berichtet die Nachrichtenagentur MTI über die Tat, die am Donnerstag mit der Verurteilung der jugendlichen Mörder zu 14 Jahren Haft geahndet wurde. Das Urteil des Komitatsgerichts Somogy ist noch nicht rechtskräftig, die Angeklagten und ihre Anwälte legten Berufung ein.

Die beiden Schüler einer zehnten Klasse waren zwei Tage nach der Tat als die Mörder ermittelt worden. Sie hatten nach eigener Aussage ihren früheren Freund deshalb umgebracht, weil er sich angeblich von ihnen entfernt, sie herablassend behandelt, sich überheblich verhalten habe und mit ihnen aggressiv umgegangen sei. Die Anklage lautete auf vorher geplanten und mit besonderer Grausamkeit verübten Mord.

Als mildernden Umstand nahm das Gericht die Geständnisse der Angeklagten, deren Reue und Entschuldigung zur Kenntnis. Als erschwerend werteten die Richter, dass sie die Straftat gemeinsam, im voraus geplant und betrunken verübten. Schon einen Monat davor hatten sie beschlossen, ihren Klassenkameraden umzubringen, dann die Umgebung des Sees ausgekundschaftet, alles für den Mord vorbereitet und die Durchführung geübt.

Abenteuertour in die Wunderbeerenhöhle

Die Höhle in Balatonederics ist das ganze Jahr über geöffnet

Vor einiger Zeit wurde die längste Höhle Transdanubiens, die Balatonedericser Csodabogyós-Höhle zur Besichtigung freigegeben.
16 Jahre nach ihrer Entdeckung wurde vor einigen Wochen die im östlichen Keszthelyer-Gebirge befindliche Balatonedericser Csodabogyós-Tropfsteinhöhle den Besuchern zugänglich gemacht.

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Handy in Ungarn weiter im Vormarsch

Der Vormarsch des Handys geht auch in Ungarn unaufhaltsam weiter. Ende September dieses Jahres gab es annähernd 11,8 Millionen Verträge, teilte das Zentrale Statistische Amt in Budapest am Mittwoch mit. Damit kamen am Ende des 3. Quartals auf 100 Einwohner bereits 117 Handy-Verträge. Im Laufe des Quartals waren 231 000 Verträge hinzugekommen. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres stieg die Zahl der Verträge sogar um 1,3 Millionen oder 12 Prozent. Dabei stieg zwar die Anzahl der Handys mit Prepaid-Karte, deren Anteil ging jedoch zurück. Gemessen an der Zeit der Telefongespräche in Ungarn machten die von Handys initiierten 74 Prozent aus.

In Deutschland gibt es seit Mitte April 2008 mehr als 100 Millionen Mobilfunkanschlüsse. Damit besitzt nach Angaben des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM)statistisch jeder fünfte Deutsche zwei Handys oder Mobilfunkkarten. Im August 2006 hatte die Zahl der Anschlüsse erstmals die Einwohnerzahl übertroffen.