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Rekordstrafe wegen Tabakreklame in Ungarn

Gesetzwidrige Reklame für Tabakwaren hat jetzt in Ungarn eine Rekordstrafe nach sich gezogen. Insgesamt 470 Millionen Forint (fast zwei Millionen Euro) müssen die Tabakfabrik British American Tobacco (BAT) Pécs, die Supermarktkette Spar Ungarn und eine Werbe-Agentur nach einem Verfahren der Verbraucherschutzbehörde zahlen, das zwei Vereine gegen das Rauchen mit Eingaben in Gang gesetzt hatten. Einer der Initiatoren, der Verein der Rauchvernichter, wollte am Freitag eine weitere Klage gegen die Handelskette Tesco einreichen, berichten ungarische Medien.

Die verbotene Tabakreklame kam so zustande, dass vor den Geschäften Geschenke wie Feuerzeuge und Kaffeetassen zu den bei Spar und Tesco gekauften Zigaretten verteilt wurden, geht aus dem Behördenbeschluss hervor. Die betroffenen Firmen kündigten in einer Stellungnahme an, dass sie gegen die Entscheidung vorgehen wollen. BAT hält die Höhe der Strafe für überzogen, da sie nicht im Einklang mit der bisherigen Praxis der Behörde stehe.

Künstlerischer Chef der Kulturhauptstadt Europas Pécs tritt zurück

Der künstlerische Direktor der Kulturhauptstadt Europas 2010 Pécs, Márton Méhes, hat sein Amt niedergelegt. Der international erfahrene Kulturmanager teilte diesen Schritt am Freitag selbst mit und machte gegenüber der Nachrichtenagentur MTI die Führung der Stadt und den Hauptdirektor des Kulturhauptstadtprogramms, András Mészáros, persönlich dafür verantwortlich.

Er sehe nicht mehr die Rahmenbedingungen und die Möglichkeiten für „die verantwortungsvolle, den ursprünglichen Zielen entsprechende und niveauvolle Erfüllung der enormen Aufgabe“ gesichert, erklärte Méhes. Stadtführung und Hauptdirektor hätten in den letzten Monaten die bei seiner Ernennung eindeutig vertretene Absicht grundlegend und einseitig verändert, wonach das Programm Pécs 2010 einen mit strategischer Planung und mit Entscheidungsrechten ausgestatteten, ausschließlich auf fachlicher Grundlage und selbstständig tätigen künstlerischen Leiter haben soll.

Der durch sein Studium und seine Tätigkeit eng mit Deutschland verbundene Méhes, Jahrgang 1974, hatte sein Amt erst Anfang dieses Jahres angetreten. 2001 nahm er eine Tätigkeit als Kultursekretär des Collegium Hungaricum Berlin auf, wurde ein Jahr darauf dessen stellvertretender Direktor. In diesen Funktionen organisierte er zahlreiche Ausstellungen und Programme in Deutschland.

Deutscher Müll nach Ungarn verschoben – Ermittlungen abgeschlossen

Die Verschiebung von rund 4000 Tonnen Müll aus Deutschland nach Ungarn im Jahre 2006 hat jetzt offenbar ein gerichtliches Nachspiel. Das Polizeipräsidium des Komitats Bács-Kiskun will noch in dieser Woche sein Ermittlungsergebnis gegen 19 Ungarn, die des Verstoßes gegen die Bestimmungen zur Müllentsorgung und der Urkundenfälschung verdächtig sind, der Staatsanwaltschaft von Kecskemét mit dem Vorschlag zur Anklageerhebung übergeben. Die Ermittlungen waren am 7. Dezember vorigen Jahres angeordnet worden.
Der Müll aus Deutschland war illegal nach Ungarn gebracht und dort an 20 Stellen gelagert worden, vor allem auf Einödgehöften und Müllplätzen. Die Ermittler inspizierten 4700 Ballen Müll. Im zurückliegenden Sommer wurde der Müll, der aus Baden-Württemberg stammte, zurückgebracht.
Nach Angaben aus den Lieferscheinen brachten vier Gesellschaften oder Privatpersonen den zumeist als Kunststoffware deklarierten Müll nach Ungarn. Auf ungarischer Seite waren vier Wirtschaftsgesellschaften als „Importeure“ beteiligt. Bei einer von ihnen waren die Transporte ohne Wissen des Geschäftsführers ausgeführt worden.
Fachleute für Umweltschutz schätzten den Müll an den meisten Lagerplätzen aufgrund seiner Zusammensetzung als gefährlich ein. Er enthielt unter anderem Ölflaschen, benutzte Windeln und elektronische Abfälle.

Fünf Bomben aus der Donau geborgen

Gleich fünf Bomben, jede davon 500 Kilogramm schwer, sind am Mittwoch von Experten der Ungarischen Streitkräfte aus der Donau im Norden von Budapest geborgen worden. Sie waren bei Arbeiten an der nördlichen Eisenbahnbrücke der Hauptstadt gefunden worden. Die Sprengkörper wurden auf einen zentralen Sammelplatz transportiert. Nur in einer der Bomben wurden noch Zünder gefunden, die an Ort und stelle entfernt und getrennt abtransportiert wurden. Von dem Bombenbfund aus dem Zweiten Weltkrieg informierten die Brückenbauer bereits am 15. November die Spezialisten. Bisher wurden an ungarischen Brücken noch nie Sprengkörper in dieser Menge gefunden.