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Ungarn: Katastrophale Ernte bei Obst und Gemüse

Zahlreiche schwere Unwetter in Ungarn zu katastrophalen Einbrüchen bei der Obst- und Gemüseernte geführt. Wie die Medien des Landes am Donnerstag (19.8.) berichten, wurde etwa ein Drittel des Aufkommens vernichtet. Darunter gebe es aber Sorten, bei denen der Verlust etwa 80 Prozent betrage, sagte der Vorsitzende der Ungarischen fachübergreifenden Organisation und des Fachrates für Obst und Gemüse (FruitVeB), József Szabó. Im Vergleich zum vorigen Jahr betrage der Ernteausfall 30, zum Durchschnitt der letzten zehn Jahre 40-45 Prozent. Dabei seien bei Tomaten 30 und, bei Erbsen 40 Prozent vernichtet worden.

Noch größer seien die Verluste bei Obst, wo 80 Prozent der Süß- und 40 Prozent der Sauerkirschen verlorengingen. Auch bei Aprikosen, Pfirsichen und Pflaumen ging das Aufkommen um 30 Prozent zurück. Während im vorigen Jahr eine halbe Million Tonnen Äpfel geerntet wurden, erwarten die Experten in diesem Jahr nur 300 000 Tonnen.

Die katastrophale Ernte hat auch Folgen für die Konservenindustrie. Während 2008 insgesamt etwa 1,5 Millionen Tonnen Gemüse und Obst verarbeitet wurden, die sich im vorigen Jahr schon auf 1,3 Millionen reduzierten, wird es in diesem Jahr nur eine Million Tonnen sein.

Ungarn vor heftigen Preissteigerungen

Für September kündigt die Zeitung „Népszava“ am Mittwoch (18.8.) erhebliche Preissteigerungen für Lebensmittel an. Bei Gemüse und Obst ist dem Bericht zufolge mit 20-25 Prozent, bei Brot durchschnittlich mit 15 sowie bei Milchprodukten mit 15-20 Prozent zu rechnen.

Daraus ergibt sich, wie es heißt, dass ein Konsument mit einem Einkommen von 100 000 Forint (etwa 360 Euro), der gegenwärtig 15 000 Forint für die vier grundlegenden Lebensmittel ausgibt, im Herbst eine Summe von 17 250 Forint veranschlagen muss.

Auch Fleischprodukte würden teurer, schreibt die Zeitung unter Berufung auf den Agrarökonomen György Raskó. Jedoch könne die Fleischindustrie nur 4-5 Prozent höhere Preise durchsetzen. Dabei koste wegen der schlechten Ernte das Futter etwa 30 Prozent mehr als zuvor. Unter anderem werde die Entwicklung dazu führen, dass anstelle der teuren ungarischen Fleischerzeugnisse billigere und von der Qualität schlechtere Importerzeugnisse auf den Ladentisch kommen.

Erdbeben in Ungarn registriert

An zwei Stellen hat am Dienstagmorgen in Ungarn die Erde gebebt. Die Erschütterungen in den Komitaten Borsod im Nordosten und Baranya im Südwesten des Landes waren jedoch nur mit den Stärken 3,0 und 3,1 auf der nach oben offenen Richter-Skala recht schwach. Die Bevölkerung nahm an beiden Stellen die leichte Bewegung des Bodens wahr. Medienberichten zufolge waren jedoch im Laufe des Tages keine Schadensmeldungen erfolgt. Bei Sellye (Baranya) wurde das Beben um 5.26 Uhr, bei Miskolc (Borsod) um 7.32 Uhr registriert.

Sturm: Drei Tornados über Ungarn

Im Nordosten Ungarns gab es am gestrigen Montag im Rahmen der heftigen Unwetter ingesamt drei Tornados, die jeweils am Nachmittag gewütet haben.

Wie wir bereits berichtet haben, gab es einen Tornado in Diósjenő im Komitat Komitat Nógrád. Dieser wurde von starkem Regen und Hagelkörnern mit bis zu 5cm im Durchmesser begleitet. Dieser Tornado wurde mittlerweile offiziell bestätigt und auch durch verschiedene Quellen dokumentiert.

Einen zweiten Tornado, von dem wir ebenfalls schon berichtet haben, gab es bei Mezőkövesd im Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén. Dieser wurde nur von leichtem bis mittlerem Regen begleitet. Dazu kam jedoch ebenfalls schwerer Hagel (4cm große Hagelkörner). Dieser Tornado ist ebenfalls bestätigt und wurde von zahlreichen Augenzeugen dokumentiert.

Neben diesen beiden Tornados soll es noch einen dritten gegeben haben, der im ungarisch-slowakischen Grenzgebiet zwischen Miskolc und Kosice bei Milhosť (SK) gewütet haben soll. Dieser Tornado wurde bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht offiziell bestätigt. Zu diesem liegt nur ein Augenzeugenbericht vor.