Zweiter Mückenfeldzug am Balaton in diesem Jahr

Siófok – Der zweite Feldzug dieses Jahres gegen die Stechmücken rund um den Balaton beginnt am heutigen Dienstagabend. Der Einsatz der Kampfmittel soll bis Freitag immer in den Abendstunden fortgesetzt werden, weil die Quälgeister in dieser Zeit am aktivsten sind, sagte der Sekretär des Balaton-Verbandes, János Lázár, der Unabhängigen Nachrichgtenagentur.

Tatsächlich handele es sich bereits um die dritte Runde im Kampf gegen die Mücken, fügte Lázár hinzu. Denn schon Ende Mai seien die Larven mit biologischen Mitteln im Wasser vernichtet worden. Ende Juni wurde dann die Bekämpfung der Insekten selbst in Angriff genommen. Dabei versprühen ein Hubschrauber und eine kleine Landmaschine einen Umweltfreundlichen Stoff, der aus Chrysanthemen gewonnen wird.

Der Mückenkrieg beginnt am Südufer des Plattensees, wobei die Aktion von Siófok aus Richtung Fonyód startet, um danach vom Südwestufer aus den Weg entlang des Nordufers fortzusetzen. Innerhalb von maximal vier Tagen sollen dann bis zu 5700 Hektar rund um Mitteleuropas größtes Binnengewässer besprüht sein.

Die Kosten der Aktion belaufen sich auf rund 70 Millionen Forint (etwa 280 000 Euro), die jeweils zur Hälfte die Ungarische Tourismus AG und die Selbstverwaltungen der Kommunen rund um den Balaton bereit stellen. Bis Saisonende sind noch drei derartige Einsätze gegen die Mückenplage fällig.

73-jähriger Deutscher im Balaton ertrunken

Balatonföldvár – Ein 73-jähriger Deutscher ist in Balatonföldvár im Plattensee ertrunken. Wie die Polizei des Komitats Somogy am Dienstag auf Anfrage mitteilte, war der Mann am Vortag zum Schwimmen ins Wasser gegangen. Seine Angehörigen am Ufer verloren ihn aus den Augen und fanden ihn kurze Zeit später leblos im Wasser. Herbeigerufene medizinische Helfer konnten nur noch den Tod feststellen. Die Polizei hat eine Untersuchung des Todesfalls eingeleitet, den sie als außergewöhnlich einschätzte.

Am selben Tag sind zwei weitere Männer am Südufer des Balaton im Wasser verschwunden. Sie werden seitdem von Rettungskräften gesucht. Bei Siófok wird ein 38-jähriger Mann aus Üllõ bei Budapest vermisst, seitdem er am dortigen Strand baden gegangen war. Von ihm hatte es zunächst in Medienberichten geheißen, dass er aus Deutschland stammt. Bei Balatonlelle ging ein 28-Jähriger aus Budapest unter, nachdem er – vermutlich unter Alkoholeinfluss – von einem Wasserfahrrad aus ins Wasser gesprungen war.

Räuber im Pech – Nach 20 Minuten klickten die Handschellen

Szekszárd – Pech auf der ganzen Linie hatte ein Räuber in Nagydorog (Komitat Tolna), der mit einem Postüberfall seine missliche Finanzlage verbessern wollte. Nur 20 Minuten nach der Tat klickten die Handschellen, berichtet die Regionalzeitung „Tolnai Népújság“. Von dem 36jährigen Räuber berichtet das Blatt, dass er immense Schulden hat und deshalb beschloss, sich das nötige Geld mittels einer Gaspistole auf der Post zu holen. Offenkundig verschaffte er sich jedoch zuvor nicht den nötigen Überblick über den Tatort, sonst wäre ihm die Polizeiwache in unmittelbarer Nachbarschaft zur Post aufgefallen.

So konnte ein Postangestellter die Polizisten persönlich an den Ort des Überfalls holen. Da half es dem Räuber wenig, dass er mit rund einer Million Forint (etwa 4000 Euro) in der Tasche Zuflucht auf einem Maisfeld suchte. Durch gezielte Befragungen von Zeugen fand das die Polizei schnell heraus und stellte den Mann auf seiner „Yamaha“ noch auf dem Weg dorthin. Reumütig führte er die Beamten sogar in seine Wohnung, um ihnen eine dort versteckte Schrotflinte mit abgesägtem Lauf zu übergeben.

Ungarn machen lieber im eigenen Land Urlaub

Budapest – Immer weniger Ungarn fahren in den Ferien ins Ausland. Fast die Hälfte von ihnen wählen den Balaton als Urlaubsziel, ergab eine Umfrage des Forschungsinstituts für Wirtschafts- und Gesellschaftsstrategie Ecostat laut einem Bericht der Zeitung „Tolnai Népújság“. Einige am Balaton befragte Familien erklärten, dass sie in diesem Jahr auf Auslandsreisen verzichten, obgleich sie bisher jedes Jahr in einem europäischen Land waren. Von Jugendlichen war zu hören, dass sie von Auslandsurlaub nicht einmal träumen können, noch nicht einmal von Ferien am Balaton, obwohl sie an zwei Arbeitsplätzen arbeiten.

Aus einer repräsentativen Datensammlung der Ungarischen Tourismus AG und Angaben des Zentralen Statistischen Amtes geht hervor, dass die Popularität des Plattensees bei den Ungarn während der vergangenen Monate im Vergleich zum Vorjahr gewachsen ist. In geringerem Maße gilt das auch für Ausländer. Die günstige Tendenz des Fremdenverkehrs am „ungarischen Meer“ setze sich fort. Nach einer Umfrage unter 19 kommerziellen Vermietern nahm der Gästeverkehr bis Ende Juni um 14 Prozent, die Zahl der Gästeübernachungen um 14 Prozent zu. Es kamen 18 Prozent mehr Ungarn und 5 Prozent mehr Ausländer. Das statistische Amt kam für die ersten fünf Monate des Jahres auf 14 Prozent mehr Gästeverkehr und 10 Prozent mehr Übernachtungen.

Die meisten ausländischen Gäste kommen weiterhin aus Deutschland. Danach folgt Österreich, aberauch die Zahl der Touristen aus Tschechien, Polen, Frankreich, Italien und Großbritannien ist im Wachsen begriffen.

Budapester Flughafen jetzt auch per Bahn erreichbar

Budapest – Der Budapester Flughafen Ferihegy ist vom heutigen Montag an auch mit der Bahn vom Westbahnhof der Hauptstadt aus erreichbar. Dafür wurden mit EU-Unterstützung die Gleise zwischen Budapest und der Ortschaft Vecsés erneuert und anderthalb Kilometer weiter unmittelbar am Terminal 1 die Haltestelle Szemeretelep eingerichtet, meldet die Fernseh-Nachrichtensendung Híradó auf ihrem Internet-Portal. Nach Ferihegy 2 gelangen die Fluggäste von hier aus mit Bussen.
Später soll die Schnellverbindung bis in die Innenstadt reichen. Der Bau wurde im Mai öffentlich ausgeschrieben. Die neue Linie soll im Jahre 2010 in Betrieb gehen. Dann gelangen die Fluggäste innerhalb einer Viertelstunde auf den Flughafen.