Szekszárder Stadtväter verfügen Rauchverbot

Szekszárd – Auch in Ungarn sagen Politiker dem weißen Dunst den Kampf an. Noch in diesem November wollen die Stadtväter von Szekszárd auf den öffentlichen Plätzen der Komitatsstadt das Rauchen verbieten. An der entsprechenden Verordnung wird noch gefeilt. Sie soll nach ihrer Fertigstellung auch mit dem Verfassungsgericht abgestimmt werden, um keine verfassungsmäßigen Rechte zu verletzen, sagte Bürgermeister István Horváth der unabhängigen Nachrichtenagentur.

Die Abgeordnetenversammlung von Szekszárd wird auf ihrer Tagung am 9. November die Plätze festlegen, auf denen das Rauchverbot gelten soll. Für Verstöße soll ein Ordnungsgeld von 30 000 Forint (etwa 120 Euro) fällig werden. Die Hauptstadt von Tolna folgt mit dem Rauchverbot dem Beispiel der im selben Komitat gelegenen Stadt Dombóvár.

EU-Botschafter: Neun Staaten erfüllen Schengen-Bedingungen

Budapest – Ungarns Landgrenzen zu den EU-Nachbarn werden mit dem 21. Dezember dieses Jahres ohne reguläre Kontrollen frei passierbar sein. Gemeinsam mit weiteren acht Staaten schließt sich dann Ungarn der Schengen-Zone an und öffnet seine Grenzen. Eine entsprechende Entscheidung fällten nach einem Bericht des Internetportals hírszerző.hu die Botschafter der EU-Staaten. Die neun Staaten haben nach Einschätzung der Botschafter alle Bedingungen erfüllt, die für den Beitritt zur Schengenzone nötig sind.

Die Entscheidung bedarf noch der formalen Zustimmung der Innenminister am 8. November. Nach dem zu erwartenden positiven Votum des Europa-Parlaments Anfang Dezember wird die Erweiterung der Schengen-Zone dann wirklich offiziell. Dem Schengen-Abkommen sind mit Ausnahme von Zypern alle acht im Jahre 2004 aufgenommenen neuen EU-Mitglieder und Malta beigetreten. Für den Luftverkehr wird der Beitritt am 30. März kommenden Jahres wirksam.

Winterhalbjahr an Balaton und Velence: Sturmwarnung eingestellt

Siófok – Das Winterhalbjahr an Balaton und Velence-See hat begonnen: Das Sturmwarnsystem ruht für die Zeit, in der es kaum Badende im ungarischen Meer gibt. Am Mittwoch gab es die letzte Anzeige bis zur Wiederaufnahme des Dienstes im kommenden Frühjahr, berichtet das Internetportal Unabhängiges Balaton Multimedia Zentrum unter Berufung auf radio.hu.

Nach Angaben des Meteorologischen Dienstes gab es in der zurückliegenden Saison am Balaton elf Mal Sturm mit mehr als 90 Stundenkilometer Geschwindigkeit oder mehr, was mehr als das Doppelte des Vorjahres war. Die Zunahme der Zahl der Sturmtage werde auch dadurch deutlich, dass das Sturmwarnsystem 30 Prozent mehr tätig war als im vorangegangenen Jahr. Die für die Balaton herausgegebenen Sturmwarn-Alarme erwiesen sich zu 85, die für den Velence-See zu 87 Prozent als genau.

Sand kam ins Rutschen – drei Jungen tot

Veszprém – Drei zwölfjährige Jungen sind am Dienstag beim Spielen in einer illegalen Sandgrube in Ungarn ums Leben gekommen. Die Kinder hatten zusammen mit einem 15-Jährigen, der die Herbstferien im Unglücksort Sümegprága (Komitat Veszprém) verbrachte, in einer illegalen Sandgrube eine Höhle gegraben, berichtet die Polizei. Dabei rechneten sie offenbar nicht damit, dass das Spiel bei Regenwetter besonders gefährlich war. Nur der 15-Jährige konnte sich vor der einbrechenden Sandmasse retten. Von ihm alarmierte Helfer konnten die drei verschütteten Kinder nur noch tot bergen. Die Suche hatte bis in die späten Abendstunden gedauert.

Die Polizei leitete Ermittlungen ein, in deren Verlauf vor allem der Besitzer der illegalen Sandgrube eine Rolle spielt. Nach Aussagen des Katastrophenschutzes war die zu Sümeg gehörende Sandgrube bis in die 70er Jahre in Betrieb. Später wurde sie verkauft, die Betriebsgenehmigung erlosch. Dennoch ging der Abbau von Sand weiter.

Karpfen aus dem Balaton kontra Seefisch

Siófok – Mit Speisen aus Silber- und Marmorkarpfen will die Balaton Fischerei AG Produkten aus Seefisch Konkurrenz machen. Bisher gebe es einen Wettbewerbsnachteil, weil die Fische aus dem Plattensee reich an Gräten sind, heißt es in einem Bericht auf dem Internetportal sonline.hu. In ein paar Jahren aber sollen Speisen und Konserven aus entgrätetem Balatonfisch in den Handel kommen. Das sehr schmackhafte Fleisch der Fische aus dem ungarischen Meer könnte ohne Gräten zu einem wahren Genuss werden.

„Wir wollen den gesunden Balaton-Fisch auf die Tische bringen“, sagte der Generaldirektor der Balaton Fischerei AG, Károly Győrgy Kiss. In einem Konsortium mit dem Limnologischen Institut des Balaton und dem Ingenieur-Institut der Universität Szeged plant das Unternehmen eine Entwicklung im Umfang von 500 Millionen Forint (etwa zwei Millionen Euro). Unter anderem sollen dabei der Fischbestand des Balaton erforscht und die Bedingungen für den Marktzugang des Balatonfisches verbessert werden.

Neben den Konserven mit Seefisch sollen dann auch solche mit Silber- oder Marmorkarpfen und Brassen in den Regalen der Geschäfte stehen. Bis es so weit ist, wird es die Aufgabe der Experten der Szegeder Universität sein, aus dem grätenreichen Fisch einen leicht zu verzehrenden Leckerbissen zu machen.