Ungarin tötet zwei Neugeborene

Eine 36-jährige Ungarin hat in ihrem Haus bei Budapest zwei Neugeborene getötet, berichtet die Polizei des Komitats Pest am Montag. Der Landes-Rettungsdienst hatte bereits vorigen Mittwoch (21.11.) die Polizei benachrichtigt, nachdem sie in einem Einfamilienhaus in der Gemeinde Sülysáp die Frau mit starken Blutungen, offensichtlich nach einer Geburt vorfanden.
Zunächst war bei den Ermittlungen angenommen worden, das Baby sei nach der Geburt im Kamin verbrannt worden. Untersuchungen ergaben jedoch, dass es sich bei den dort gefundenem Material nicht um menschliche Überreste handelte. Später gestand der Ehemann, das Neugeborene zwischen Büschen auf einem Kornfeld vergraben zu haben. Außerdem stießen die Ermittler im Keller des Hauses auf einen Nylonsack mit Knochen eines weiteren Neugeborenen.

Kádárs Hinterlassenschaft kommt unter den Hammer

Gegenstände aus dem Nachlass des langjährigen kommunistischen Parteichefs János Kádár kommen nach einem Bericht der Boulevardzeitung „Vasárnapi Blikk“ jetzt in Budapest unter den Hammer. Auf einer Auktion der angesehenen Kunstgalerie Polgár in der innerstädtischen Váci utca sollen die Gegenstände, von denen Kádár die meisten als Geschenk erhielt, versteigert werden. Dazu gehören eine Flasche Ginseng-Schnaps aus China und ein Ölgemälde, das die Erdölleitung Freundschaft abbildet. Man kann jedoch auch auf eine Armbanduhr Slawa in einer Schmuckschachtel und auf zwei Tischdecken bieten, deren Löcher von Zigeratten Kádárs stammen.

Die Stücke aus dem Kádár-Nachlass brachten Sammler in die Galerie, sagte Galerie-Mitarbeiter Ádám Polgár der Zeitung. Sie hatten diese bei einer Versteigerung Hinterlassenschaft von Kádárs Ehefrau erworben.

Deutscher bei der Jagd in Ungarn erschossen

Ein 67-jähriger deutscher Jäger ist auf dem Gebiet der Gemeinde Bocska (Komitat Zala) bei der Jagd erschossen worden. Sein ungarischer Jagdgefährte fand ihn am Samstagnachmittag auf einem Hochstand mit einer Schussverletzung tot auf, teilte die Polizei des Komitats am Sonntag mit. Nähere Einzelheiten konnte Polizeisprecher Csaba Takács auf Anfrage der „Balaton Zeitung“ noch nicht mitteilen. Auf der Grundlage vorläufiger Expertenmeinungen wurden in der Sache Ermittlungen gegen unbekannt wegen des begründeten Verdachts fahrlässiger Gefährdung mit Todesfolge bei der Berufstätigkeit aufgenommen.

Rekordstrafe wegen Tabakreklame in Ungarn

Gesetzwidrige Reklame für Tabakwaren hat jetzt in Ungarn eine Rekordstrafe nach sich gezogen. Insgesamt 470 Millionen Forint (fast zwei Millionen Euro) müssen die Tabakfabrik British American Tobacco (BAT) Pécs, die Supermarktkette Spar Ungarn und eine Werbe-Agentur nach einem Verfahren der Verbraucherschutzbehörde zahlen, das zwei Vereine gegen das Rauchen mit Eingaben in Gang gesetzt hatten. Einer der Initiatoren, der Verein der Rauchvernichter, wollte am Freitag eine weitere Klage gegen die Handelskette Tesco einreichen, berichten ungarische Medien.

Die verbotene Tabakreklame kam so zustande, dass vor den Geschäften Geschenke wie Feuerzeuge und Kaffeetassen zu den bei Spar und Tesco gekauften Zigaretten verteilt wurden, geht aus dem Behördenbeschluss hervor. Die betroffenen Firmen kündigten in einer Stellungnahme an, dass sie gegen die Entscheidung vorgehen wollen. BAT hält die Höhe der Strafe für überzogen, da sie nicht im Einklang mit der bisherigen Praxis der Behörde stehe.

Künstlerischer Chef der Kulturhauptstadt Europas Pécs tritt zurück

Der künstlerische Direktor der Kulturhauptstadt Europas 2010 Pécs, Márton Méhes, hat sein Amt niedergelegt. Der international erfahrene Kulturmanager teilte diesen Schritt am Freitag selbst mit und machte gegenüber der Nachrichtenagentur MTI die Führung der Stadt und den Hauptdirektor des Kulturhauptstadtprogramms, András Mészáros, persönlich dafür verantwortlich.

Er sehe nicht mehr die Rahmenbedingungen und die Möglichkeiten für „die verantwortungsvolle, den ursprünglichen Zielen entsprechende und niveauvolle Erfüllung der enormen Aufgabe“ gesichert, erklärte Méhes. Stadtführung und Hauptdirektor hätten in den letzten Monaten die bei seiner Ernennung eindeutig vertretene Absicht grundlegend und einseitig verändert, wonach das Programm Pécs 2010 einen mit strategischer Planung und mit Entscheidungsrechten ausgestatteten, ausschließlich auf fachlicher Grundlage und selbstständig tätigen künstlerischen Leiter haben soll.

Der durch sein Studium und seine Tätigkeit eng mit Deutschland verbundene Méhes, Jahrgang 1974, hatte sein Amt erst Anfang dieses Jahres angetreten. 2001 nahm er eine Tätigkeit als Kultursekretär des Collegium Hungaricum Berlin auf, wurde ein Jahr darauf dessen stellvertretender Direktor. In diesen Funktionen organisierte er zahlreiche Ausstellungen und Programme in Deutschland.