Russischer Malév-Chef verhandelt über Flughafen Pécs

Der Präsident der ungarischen Fluggesellschaft Malév, Boris Abramowitsch, verhandelt über die Zukunft des bislang glücklosen Flughafens Pécs. Mit einer historischen Maschine vom Typ LI-2, einem Lizenz-Nachbau der amerikanischen DC 3, kam der russische Geschäftsmann eigens ins Komitatszentrum der Baranya, berichtet die Regionalzeitung „Dunántúli Napló“ am Samstag. Er folgte einer Einladung der Pécser Politiker Katalin Szili, Präsidentin der ungarischen Nationalversammlung, und Bürgermeister Péter Tasnádi.

„Dies kann ein gutes Projekt für die Malév sein, doch eine Entscheidung über Kauf oder Betrieb kann natürlich erst nach verschiedenen wirtschaftlichen Berechnungen und Kosten-Nutzen-Analysen getroffen werden“, sagte Abramowitsch nach einstündigen Verhandlungen der Zeitung. Der Flughafen in der Baranya sei geographisch günstig gelegen, und er wisse, dass in Pécs auch neue Investitionen zu erwarten seien. Szili erklärte, man habe den Russen auf die Entwicklungen im Zusammenhang mit der Rolle von Pécs als Kulturhauptstadt 2010 sowie die touristisch attraktiven Orte wie Harkány und Villány aufmerksam gemacht.

„Brutaler“ Preisanstieg für Lebensmittel in Ungarn

In einem „butalen Ausmaß“ haben sich innerhalb eines Jahres die Erzeugerpreise für Agrarprodukte in Ungarn erhöht, berichtet die Presse des Landes unter Berufung auf das Zentrale Statistische Amt. Im April dieses Jahres lagen sie durchschnittlich um 32,6 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Dabei verteuerten sich die pflanzlichen Erzeugnisse um 41,9, die lebenden Tiere und tierischen Produkte um 20,1 Prozent. Getreide legte sogar um 78, Ölpflanzen um 55 und Obst um 45 Prozent zu.

„Bei der Preissteigerung spielte die Produktion von Bio-Kraftstoff eine große Rolle, die wegen der Verteuerung des Öls sprungartig wuchs“, sagte Agrar-Ökonom György Raskó der Zeitung „Dunántúli Napló“. „Die Hersteller von Bio-Ethanol und Bio-Diesel kaufen Millionen Tonnen Getreide auf, was die Preise hochtreibt. Im vorigen Jahr wurden aus 40 Prozent der Welt-Getreideproduktion nicht mehr Lebensmittel, sondern Kraftstoffe hergestellt.“ Daneben seien durch die gestiegenen Kraftstoffpreise auch die Kosten gestiegen.

Mann im Balaton ertrunken

Ein 57-jähriger Ungar ist aller Wahrscheinlichkeit nach im Balaton ertrunken. Seinen Leichnam fand am Donnerstag ein Mann in Zamárdi (Komitat Somogy) am Strand hinter einer Gaststätte, teilte die Polizei am Freitag mit. Ersten Angaben zufolge kann Fremdeinwirkung ausgeschlossen werden, hieß es. Der Ertrunkene stammt aus Pálosvörösmart (Komitat Heves).

EU: Spar kann Plus-Geschäfte in Ungarn kaufen

Die EU-Wettbewerbshüter haben der österreichischen Einzelhandelskette Spar grünes Licht für den Kauf der Plus-Tochter der deutschen Tengelmann-Gruppe gegeben. Das teilte das ungarische Amt für Wettbewerb in der Wirtschaft am Donnerstag in Budapest mit. Die Übernahme werde den effektiven Wettbewerb im Europäischen Wirtschaftsraum nicht wesentlich beeinflussen, hieß es von Seiten der Brüsseler Behörde.
Spar ist über Tochter-Unternehmen in zahlreichen europäischen Ländern präsent, erklärte das Wettbewerbsamt. In Ungarn betreibe Spar Super- und Hypermärkte, während Plus Discounter unterhalte. Der vereinigte Betrieb kommt nach Einschätzung der EU-Kommission nicht in eine Position, die Preise von Lieferfirmen zu beeinflussen.

Null Toleranz – Mehr als 3000 Führerscheine weg

Das Motto „Null Toleranz“ gegen Verkehrssünder in Ungarn zeigt Wirkung. Bei strengeren Kontrollen als bislang zog die Polizei mehr als 3000 Führerscheine ein und verhängte Strafen von mehr als 1,4 Milliarden Forint (knapp sechs Millionwn Euro), berichten Zeitungen. Auch die Zahl der Unfälle ging nach Angaben des Regierungsbeauftragten Ferenc Kondorosi bedeutend zurück.

Dem Vorgehen liegt das im Jahre 2001 verkündete europäische Ziel zugrunde, die Zahl der Verkehrsunfälle zu halbieren. In Ungarn wurde seitdem eine Verbesserung um 20,5 Prozent erreicht. Das konsequente Handeln soll fortgesetzt werden. Dabei geht es verstärkt um den Schutz von Fußgängern.