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Nachgedacht: Mein Nachbar …

…ist ein Pfundskerl. Ich nenne ihn immer Stefan, weil der ungarische Name Istvan für meine deutsche Zunge etwas ungewöhnlicher ist. Aber mit seiner deutschen Namensgebung hat der Rentner kein Problem. Auf alle Fälle, wir verstehen uns prima – ich auf Deutsch, er auf Ungarisch. Und Sie, lieber Zeitungsleser, werden es nicht glauben: es funktioniert bestens.

Mit Mimik und Gestik, mit Hand und Fuß, mit Papier und Stift (geschrieben oder gezeichnet) und zu guter Letzt mit Google-Übersetzer. Man kommt klar miteinander, denn ich kenne schon einige Begriffe auf Ungarisch, er spricht manches auch schon auf Deutsch, gemäß dem Motto: einer lernt von dem anderen. Gute Nachbarn, egal in welchem Land, sind eine große Hilfe, man schätzt sich, man tauscht Erfahrungen aus, man ist füreinander da. Noch dazu ist es ein angenehmer Zeitvertreib, wenn man im Garten, auf der Terrasse oder im schattigen Hauseck beieinander sitzt und quatscht.

Und wer ist immer live dabei: Rambo. Stefan hat einen neun Monate alten Schäferhund, der sich über meinen Besuch offensichtlich sehr freut (oder sind es die Leckerli, die ich immer mitbringe). Jedenfalls zeigt sich der schöne Kerl von seiner besten Seite. Da wird gejault, geschwänzelt. gehüpft und geschmeichelt. Kaum bin ich da, bringt er mir seinen geliebten angesabberten Ball mit der Forderung „Auf geht’s“. Trotz der derzeitigen Hitze mag er spielen, bis ihm die Zunge bis zum Boden hängt. Schließlich zeigt Herrchen Erbarmen und kommt mit dem Wasserschlauch. Es folgt eine ausgiebige Dusche. Ein junger Hund beim Duschen: Allein dem ungestümen Herumtoben zuzusehen, ist schon köstlich.

Hat sich der Vierbeiner genügend erfrischt, schon ist der Ball wieder im Spiel. Aber irgendwann bin auch ich soweit und sage, jetzt ist aber Schluss, finito, Ende, aus, nem. Und schon eilt Stefan zum Kühlschrank, es folgt meine Wasserdusche in Form eines großen Glases mit kaltem Inhalt. Hund und Mensch sind wieder mal glücklich, zufrieden und auch etwas abgekämpft. Gut erholt bis zum nächsten Mal, wenn es wieder heißt: Rambo, bring den Ball, Verzeihung: hozd a labdàt.

Bis bald

Ihre Eva

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