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Nachgedacht: Es weihnachtet sehr …

… zumindest in den diversen Verbrauchermärkten. Es ist Mitte September, der Spätsommer hat noch einmal so richtig aufgedreht, einzelne Badeanstalten haben ihre Öffnungszeiten aufgrund der sehr guten Temperaturen verlängert, Jung und Alt tummeln sich in luftigem Outfit im Freien, genießen im Cafè ein kaltes Getränk oder ein leckeres Eis. Und im Geschäft nebenan dröhnt es aus dem Lautsprecher laut und fast schon aufdringlich „Stille Nacht“.

Ist das nicht zum Lachen, nein. Das ist Kommerz in seiner „schönsten“ Form. Die in den Läden aufgebauten Theken, Ständer, Tische und Sideboards quellen über mit Christbaumkugeln, Lametta, Engelchen, Kerzen und sonstigen Artikeln, die man für das Schmücken der weihnachtlichen Stube benötigt. Tannenzweige und Lichterketten schlängeln sich zwischen Nikoläusen, Krippenfiguren und Schneekugeln hindurch. Ein Wahnsinn.

Es ist Mitte September, das Christkind kommt bekanntermaßen am 24. Dezember. Bis zu diesem besonderen Tag liegen noch ganze 14 Wochen vor uns. Haben sich Groß und Klein bis dahin an dem gigantischen Weihnachtssortiment satt gesehen, hat das schönste Fest des Jahres eigentlich seinen Reiz schon verloren. Ist das nicht schade, frage ich mich?

Dasselbe gilt natürlich auch für Lebkuchen, Dominosteine, Christstollen und Spekulatius, die dicht an dicht in den Regalen der Supermärkte auf die Kundschaft warten. Gerade das Weihnachtsgebäck schmeckt doch am besten zu heißem Tee oder leckerem Glühwein. Ich frage mich, wer trinkt bei 30 Grad plus Glühwein oder Punsch. Niemand. Aber der Verbraucher greift zu, legt die süßen Waren in den Einkaufskorb. Und warum? Weil die einzelnen Gebäcksorten zum einen gut schmecken, zum anderen sind sie äußerst frisch, jetzt, Mitte September.

Irgendwie habe ich den Blick zur Realität verloren, hänge der Vergangenheit nach, denke an meine Kindheit zurück, wo es den ersten Schokoladenlebkuchen am Nikolaustag, also am 6. Dezember, gab. Und ich habe mich riesig darüber gefreut, mit Bedacht das feine Stück genossen. Und heute? Heute ist das alles vorbei, zumindest fast alles. Schade, wirklich sehr schade!

Bis bald, Ihre Eva

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