Profikomp Zrt: Entwicklung einer innovativen Abfalltechnologie

Eine neue, integrierte Müllverarbeitungstechnologie von biologischem Abfall wird bei der in Gödöllő ansässigen Firma Profikomp Környezettechnika Zrt. entwickelt, womit in erster Linie Betreiber von Tierhaltungsanlagen die Möglichkeit haben werden, organischen Dünger herzustellen – berichtet die Nachrichtenagentur MTI.



Unter Mitwirkung der Universität Kaposvár und der Landwirtschaftsgesellschaft Béke Agrár Kft. aus Orosháza wird dieses Projekt mit einer Fördersumme des Wirtschaftsentwicklungsprogramms GINOP in Höhe von 466 Millionen Forint unterstützt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 874 Millionen Forint.

„Die Vermischung von Heu, Mais, Stalldünger, Holznebenprodukten und Mineralstoffen schafft eine Basismasse, die mit flüssigem Tierdung angereichert wird“, erklärte Sándor Dér, Forschungsleiter des Projekts. Die Mixtur wird durch einen biologischen Dehydrierungsprozess ausgetrocknet und die darin enthaltene Zellulose freigelegt. Das daraus entstandene Produkt kann man kompostieren und zum Beispiel zur Herstellung von Festphasen-Biogas nutzen. Die hierdurch entstandenen Abfallprodukte eignen sich ideal für die Herstellung eines neuartigen Düngemittels mit sehr hohen Nährwerten. Die Technologie kann für Firmen unterschiedlicher Größe optimiert und dann dort angewandt werden.

Das Verfahren kann vor allem für Firmen, die Tiere halten, nützlich sein: anstatt den flüssigen Dung einfach wegzuwerfen, wird er zu einem festen, organischen Dünger verarbeitet und wiederverwertet. Darüber hinaus kann man den kompletten landwirtschaftlichen Abfall zusammen verarbeiten, eine Trennung ist nicht mehr erforderlich.



In dem bis 2020 geplanten Projekt arbeitet die Firma Profikomp an der technologischen Entwicklung der biologischen und chemischen Verarbeitungsprozesse, die Firma Béke Agrár optimiert die Anwendung für die Kunden und führt Freilandtests durch. Die Universität Kaposvár untersucht die Pflanzen und wertet die Ergebnisse aus.

Dèr betonte, dass der Tierbestand in Ungarn relativ niedrig ist, wodurch ziemlich wenig organischer Dünger auf die Äcker kommt. Eine stetige Anreicherung des Bodens ist aber für die zukünftige Landwirtschaftsproduktion essenziell und somit ist diese neu entwickelte Technologie zur biologischen Müllverarbeitung ein wichtiges Produkt für die Zukunft und stellt eine bedeutende Konkurrenz für die Kunstdünger dar. Aus dem jährlich produzierten biologischen Abfall könnte man so viel Biodünger produzieren, dass man damit eine Fläche von 150-200 Tausend Hektar düngen könnte.

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