OECD: Ungarn sind dickste Bürger Europas

Laut den jüngsten Statistiken der internationalen Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gelten Ungarns Bürger europaweit als die dicksten, selbst weltweit belegen sie einen alarmierenden 5. Platz – teilte die Ungarische Gesellschaft für Fettleibigkeit (MET) der Nachrichtenagentur MTI mit.



In diesem Bericht wurde auch erörtert, dass bei den Ergebnissen der Untersuchung festgestellt wurde, dass bereits zwei Drittel der ungarischen Erwachsenen Übergewicht haben oder sogar unter Adipositas (Fettleibigkeit) leiden. Das heißt von drei Erwachsenen kämpfen zwei mit einer Art Übergewicht. Aus einer landesweiten Erhebung zum Ernährungsverhalten der Ungarn zwischen 2009 und 2014 geht hervor, dass die Gewichtszunahme weiter zunimmt, Übergewichtige nach und nach zu krankhaft Fettleibigen werden. Die Hauptgründe sind eine ungesunde Ernährung, Stress und immer weniger bewusste körperliche Betätigung.

Aus den Angaben der Nationalen Krankenkasse (Nemzeti Egészségbiztosítási Alapkezelő) aus dem Jahr 2012 geht hervor, dass sich die Kosten der Sozialversicherung für die Pflege und Behandlung übergewichtiger Bürger auf 207 Milliarden Forint pro Jahr belaufen. Diese Summe bedeutet 11,6% der jährlichen Gesamtausgaben des Gesundheitsministeriums und 0,73% des Bruttoinlandprodukts des Landes. Die Tendenz ist von Jahr zu Jahr steigend.



Die MET empfiehlt in ihrem Bericht als Prävention für Gewichtszunahme bzw. für die mit Fettleibigkeit einhergehenden gesundheitlichen Schäden eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung, kleinere Portionen, täglich sportliche Betätigung und mindestens 7-8 Stunden Schlaf.

Eine starke Gewichtszunahme kann mehr als 20 verschiedene Krankheiten hervorrufen, so haben Übergewichtige oftmals mit hohem Blutdruck, Herz- und Kreislaufproblemen, Diabetes Typ II und mit einigen Formen des Krebses zu kämpfen. Die beste Behandlung ist im Anfangsstadium die Änderung des Lebensstils. In vielen Fällen kann man den Zustand jedoch nur noch mit Medikamenten oder mit einem operativen Eingriff behandeln.

Laut der Statistik belegen weltweit die ersten vier Plätze die Länder USA (40%), Chile (34,4%), Mexiko (33,3%) und Neuseeland (32,2%) dicht gefolgt von Ungarn auf dem fünften Platz mit 30%. Deutschland steht im internationalen Vergleich auf Platz 12 mit 23,6%, Österreich auf Platz 29 (14,7%) und die Schweiz auf Platz 33 (10,3%). Das in diesem Fall positive Schlusslicht bilden die Einwohner Japans, wo die Rate sehr niedrig bei 4,2% liegt.

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