Nachgedacht: Noch gut vier Wochen …

… dann feiern die Christen in aller Welt ihr Weihnachtsfest. Am 24. Dezember wird in fast allen Stuben der festlich geschmückte Christbaum stehen – in Natur oder aus Plastik – je nach Belieben.



Darunter liegen fein säuberlich verteilt die mit Schleifen und schöner Geschenkfolie dekorierten zahllosen Päckchen, die das Christkind gebracht hat. An den Fenstern, Türen, Gartenzäunen und Terrassen blinkt es in den schillerndsten Farben. An der Dachrinne klettert ein Luftballon-Weihnachtsmann empor und winkt in die Ferne. Mitten im Rasen steht ein Monstrum von Elch, der seinen Schlitten im Gepäck hat. Auch er ist mit einem mehrere Meter langen Lichterschlauch, natürlich aus Plastik, umwickelt. In den verschiedensten Vasen stapeln sich Gestecke aus unechtem Tannengrün mit Christsternblüten in knallroter Farbe, reichlich besprüht mit Goldglitzer.

Nun meine Frage: Und die Weihnachtskrippe? Hat der Ursprung des Weihnachtsfestes noch Platz in der Welt des 21. Jahrhunderts mit dem Wahnsinn des amerikanischen „Way of life“? Ich hoffe, doch! Ich muss zugeben, dass ich mein Zuhause passend für das schönste Fest des Jahres auch hergerichtet habe. Meine Weihnachtsdeko stammt jedoch nicht aus diesem Jahr, auch nicht vom letzten oder vorletzten. Nein! Sie ist schon ziemlich alt und wurde in den frühen Jahren meiner Selbstständigkeit angeschafft.

Altmodisch, aber schön, heimelig, mit Gebrauchsspuren, die davon zeugen, wie schön Weihnachten sein kann. Nur eine Lichterkette habe ich ausgewechselt, die Zeitschaltuhr und die echten Bienenkerzen. Der Christbaum wird kurz vor den Feiertagen gekauft – ein echte Tanne – geschmückt mit Christbaumkugeln, mit denen schon meine Eltern die einzelnen Äste verziert hatten.



Und die ganzen Päckchen? Welche Päckchen? Wir haben mit dem Christkind vereinbart, nur zwei Geschenke vorbeizubringen. Eins für meinen Mann, eines für mich. Das reicht. Und außerdem habe ich somit genügend Platz für meine Weihnachtskrippe, mit der mich meine Eltern vor etwa 50 Jahren überrascht hatten. Alles ist noch im Originalzustand. Die liebevoll geschnitzte Krippe mit dem Jesuskind, der Hl. Mutter Maria, dem Hl. Josef, den drei Hl. Königen, den Hirten sowie Ochs und Esel und hoch dob’n auf dem Giebel der Stern von Bethlehem. Und jedes Jahr freue ich mich darauf, das wichtigste Symbol des Weihnachtsfestes in meine Stube unter den Christbaum zu stellen.

Da zählen die vielen Geschenke nicht mehr, da zählt nur noch meine kleine Familie, der Zusammenhalt, das Vertrauen, die Verlässlichkeit, das Miteinander, die Liebe.

Geruhsame Feiertage im Kreise Ihrer Familie wünscht Ihnen,
lieber Balaton Zeitungsleser

Ihre Eva

Bis bald.

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