Nachgedacht: Die senile Bettflucht …

… ist ganz was Tolles. Finden Sie das nicht auch, lieber Balaton Zeitungsleser. Ich jedenfalls bin begeistert, wenn ich um zwei oder drei Uhr morgens aus dem Bett steige, weil die Schlafphase beendet zu sein scheint.



Ein schwacher Trost: eine köstlich duftende Tasse Kaffee und dazu Neues aus der Welt per E-Paper sind auch nicht zu verachten. Während meine bessere Hälfte nebenan im Schlafzimmer in der Taiga Baum für Baum absägt, informiere ich mich über dies und das. Internet, WhatsApp, Computerspiele oder ein neues Buch vervollständigen den nächtlichen Zeitvertreib. Wenn mir das in jungen Jahren jemand gesagt hätte, was ich nächtens so treibe, dem hätte ich den Vogel gezeigt. Immer habe ich davon geträumt, morgens nicht mehr aufstehen zu müssen. Und was ist eingetreten: das Gegenteil.



Trotzdem hat die nächtliche Herumtreiberei gewisse Vorteile. Es ist ruhig, still, niemand stört, kein TV, kein Radio, nur das monotone Geräusch aus dem Schlafgemach. Doch daran habe ich mich mittlerweile gewöhnt. Ohne die Schnarchattacken würde ich mich eventuell ängstigen, mich fragen, ist er krank oder sonst irgendetwas nicht in Ordnung? Es ist gut so, Frau nimmt es gelassen hin.

Es ist kurz nach vier. Eigentlich wäre es nochmal einen Versuch wert, wieder ins Bett zu gehen. Und siehe da, Glück gehabt. Mein Blick auf die Uhr, aha, es ist kurz nach acht. Ob die kommende Nacht wieder so verläuft, schaun mer mal. Dass ich eine mitternächtliche Schlafpause einlegen werde, ist sicher. Ob ein zweiter Teil der „guten Nacht“ folgt, ist fraglich.

Fest steht jedoch, dass ich der geeignete Kandidat für Testphasen von „seniler Bettflucht“ bin. Und manche von Ihnen vielleicht auch, denke ich. Wenn ja, machen Sie das Beste daraus, Sie können es ja sowieso nicht ändern und … Schlaftabletten sind out, schädlich, machen abhängig und nur gut für Apotheke, Handel, Hersteller sowie Werbung.

Bis bald,
Ihre Eva

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