Ungarn: Bruttolöhne im Februar um 12 Prozent gestiegen

Der durchschnittliche Bruttolohn für Vollzeitbeschäftigte in Ungarn stieg im Februar 2019 um 12,1% auf 345.860 Forint (1.070 EUR), so das Statistische Zentralamt (KSH). Die Nettolöhne stiegen im gleichen Tempo und erreichten 229.997 Forint – berichtet die Nachrichtenagentur MTI.



Seit zwei Jahren ist das Lohnwachstum in Ungarn zweistellig, seit sich Regierung, Arbeitgeber und Gewerkschaften auf eine Reihe von Mindestlohnerhöhungen gepaart mit Lohnsteuerabsenkungen geeinigt haben. Rechnet man mit einem Zwölfmonats-VPI von 3,1% im Februar, so stiegen die Reallöhne um 8,7%. Ohne die 111.600 Ungarn in geförderten Arbeitsprogrammen stieg der durchschnittliche Bruttolohn um 11,2 auf 356.572 Forint, während die Nettolöhne im gleichen Maße auf 237.120 Forint stiegen. Vollzeitbeschäftigte in geförderten Arbeitsprogrammen verdienten im Februar brutto 81.339 Forint, 0,7% weniger als im Vorjahr.

Das KSH stellte Änderungen an seiner Datenbeschaffung fest, die erstmals in der Januarstatistik erscheinen: Es verzichtet auf die monatliche Datenerhebung und bezieht stattdessen Daten über Löhne und Mitarbeiter von der Nationalen Steuer- und Zollbehörde (NAV) und im Falle des öffentlichen Sektors vom Staatsschatz. Während der Aufwand für die Datenbereitstellung reduziert wird, bringen die neuen Quellen einen reicheren Datensatz mit sich, sagte KSH.



Der Senior-Analyst der ING Bank, Péter Virovácz, sagte, dass die Vereinbarung über Mindestlohnerhöhungen der Haupttreiber für den Gesamtlohnanstieg sei, aber auch das engere Angebot an Lohnnebenleistungen mit Steuerpräferenzen sei ein wichtiger Faktor, da die Arbeitgeber den Wegfall einiger solcher Leistungen mit höheren Vergütungen ausgleichen konnten. Der Takarékbank-Analyst András Horváth prognostizierte für das Gesamtjahr einen Lohnanstieg von etwas über 10%, unterstützt durch den Arbeitskräftemangel.

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