Burg von Eger ist beliebtes Touristenziel

Laut aktuellen Angaben des Zentralen Statistikamts (KSH) gehört das Burgmuseum „István Dobó“ in Eger zu den beliebtesten Touristenattraktionen außerhalb von Budapest. Selbst in der Hauptstadt haben letztes Jahr nur zwei andere Kulturhighlights mehr Besucher angezogen als die Burg von Eger.



László Habis, Bürgermeister von Eger, informierte, dass nur die Sammlung der Ungarischen Nationalgalerie und die Kirchenkunstausstellung der Matthiaskirche im Ranking vor dem Burgmuseum liegen.

Eger besitzt neben dem Burgmuseum als sehenswürdige Highlights noch das Géza Gárdonyi Gedenkhaus (Gárdonyi Géza Emlékház), die Sándor Ziffer Galerie (Ziffer Sándor Galéria) und das Valide Sultan Bad (Valide Szultána Fürdőrom). Diese empfingen im letzten Jahr insgesamt 405.000 Besucher. Innerhalb der geschichtsträchtigen Burg haben sich die meisten, nämlich 160.000 Besucher, für das unterirdische Festungssystem interessiert. Aber auch die im letzten Jahr eröffnete interaktive Ausstellung der Péterváry-Waffensammlung wurde von rund 81.000 Gästen besucht.

Neben den Sehenswürdigkeiten bietet die Stadt auch zahlreiche Aktivitäten, wie museumspädagogische Beschäftigungen, themenspezifische Führungen und Workshops in der Burgwerkstatt an. Die Stadt arbeitet kontinuierlich an Verbesserungen und Modernisierungen. So wird aktuell die 1986 eröffnete und 1998 ergänzte mittelalterliche Gefängnisausstellung einer Verbesserung unterzogen. Neben historischen Ausstellungsobjekten wird bald eine neue Installation mit panoptischen Figuren zu sehen sein und die Justizgeschichte zwischen dem 14. und 18. Jahrhundert umfangreich dargestellt.



Weiterhin wird im alten Brotbackhaus (Cipóosztó ház) eine mittelalterliche Schauküche eingerichtet. Im Rahmen dieses Projekts möchte man ein Schutzdach über die Ruinen des Backhauses ziehen und innen eine traditionelle Backstube, Schauküche und einen Essbereich einrichten. Die kürzlich gestarteten Projekte werden im Rahmen des „Nationalen Palast- und Burgprogramms“ dank einer Fördersumme von 173 Millionen Forint realisiert. In der zweiten Entwicklungsphase sind der Bau eines 3D-Kinos und eines Aufzuges geplant.

Die Burg von Eger wurde im 13. Jahrhundert nach dem Mongolensturm errichtet und in der jüngsten Vergangenheit restauriert. Historisch relevant wurde sie vor allem 1541 nach dem Fall von Buda durch die Türken, wodurch die Burg von Eger das Bollwerk des noch unbesetzten Nordungarns wurde. Der Burghauptmann István Dobó ließ die Burg eiligst ausbauen, bevor sie dann 1552 von einem 150.000 Mann starken Türkenheer belagert wurde. In höchster Not, als das Schicksal der Verteidiger bereits besiegelt schien, griffen die heute berühmt gewordenen „Frauen von Eger“ in die Schlacht ein, kämpften selbst mit Waffen oder übergossen die Angreifer mit siedendem Wasser und Pech.

Alle Informationen zur Burg von Eger und ihren Kulturhighlights unter www.egrivar.hu

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