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Oppositionsführer wirft Westen Protektionismus vor

Der Führer der ungarischen Oppositionspartei Fidesz, Viktor Orbán, hat dem Westen im Zusammenhang mit der Finanzkrise Protektionismus vorgeworfen. Westeuropa kündige das vor 20 Jahren mit „Mitteleuropa“ geschlossene historische Abkommen damit auf, wie es die Finanzkrise managt, sagte er laut MTI bei einem Podiumsgespräch am Sonntag in Wien. „Es ist finanzieller Protektionismus gegenüber Mitteleuropa, wie die westlichen Länder die Krise managen.“ Mit der Verstaatlichung und der Hilfe für die westeuropäischen Banken seien die mitteleuropäischen Finanzinstitute ins Hintertreffen geraten, behauptete Orbán.

Die westlichen Eigentümer gäben ihren hiesigen Tochterbanken kein Geld, wohingegen sie „den Profit stets in ihre Taschen steckten, solange das (ungarische) Banksystem Gewinn brachte“, fügte der Oppositionspolitiker hinzu. Die „mitteleuropäischen Führer“ warteten auf eine Antwort darauf, ob die Europäische Union weiter bei einer offenen Wirtschaft bleibt oder ob jeder zur protektionistischen Politik zurückkehrt.

Die Fidesz-Partei hat bei den nächsten Wahlen laut Umfragen gute Chancen, mit einer haushohen Mehrheit ins Parlament einzuziehen und die Regierung zu bilden. Derzeit stellen die Sozialisten mit Ferenc Gyurcsány eine Minderheitsregierung.